Gesundheit

Serverprobleme in Schönebeck zum Start der digitalen Impfpässe

Seit dem 14. Juni 2021 können sich geimpfte Bürger in den Apotheken einen digitalen Impfpass ausstellen lassen. In Schönebeck gab es am ersten Tag teilweise noch Probleme mit der Technik.

Von Jan Dahms und Enrico Joo
Kunde in der Schönebecker Adler Apotheke bekommt einen digitalen Impfpass. Die Inhaberin Anke Marckwardt muss dazu viele technische Fragen der Kunden klären.
Kunde in der Schönebecker Adler Apotheke bekommt einen digitalen Impfpass. Die Inhaberin Anke Marckwardt muss dazu viele technische Fragen der Kunden klären. Foto: Jan Dahms

Schönebeck - Der 14. Juni 2021 startete für viele Apotheken in Schönebeck mit technischen Problemen. Der Grund dafür, war der Start des digitalen Impfpasses, den vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Personen seit dieser Woche kostenlos in den Apotheken bekommen können. Noch am Vormittag hatten die Apotheker aber unter anderem mit Serverproblemen zu kämpfen.

Internetseite war nicht erreichbar

In der vorigen Woche hatte das Gesundheitsministerium des Landes angekündigt, dass auch in Sachsen-Anhalt ab dem 14. Juni 2021 in den Apotheken flächendeckend digitale Impfausweise ausgestellt werden können. Das führte offensichtlich aber nicht nur zu Serverproblemen bei den Apotheken. Die Seite „mein-apothekenmanager.de“, die auflistet, welche Apotheken sich beteiligen, war über Stunden nicht oder kaum erreichbar. Das Online-Portal war überlastet. Zwischendurch zeigte es an, dass es Wartungsarbeiten gibt. Erst am späten Vormittag lief die Seite wieder reibungslos.

Carsten Müller, Inhaber der St. Jakobi Apotheke, mit dem digitalem Impfzertifikat.
Carsten Müller, Inhaber der St. Jakobi Apotheke, mit dem digitalem Impfzertifikat.
Foto: Jan Dahms

Etwa eine Stunde technische Probleme

Auch in der St. Jakobi Apotheke hatte am 14. Juni 2021 noch nicht alles zum Ausstellen des Impfpasses funktioniert, berichtet der Inhaber Carsten Müller. „Bis 9 Uhr hat es sich aber zurecht geruckelt“, erzählt er. Laut Müller lief seitdem alles reibungslos, trotz der kurzen Vorbereitungszeit von weniger als eine Woche. Bis gestern Mittag hatten die Mitarbeiter seiner Apotheke über zehn digitale Impfpässe ausgestellt. „Die Nachfrage wird aber in den nächsten Tagen zunehmen“, schätzt Inhaber Carsten Müller ein. Auf Wunsch druckt er den für den Nachweis nötigen QR-Code aus. Die Kunden könnten dann später diesen Code mit Hilfe der Corona-Warn-App oder der App „Cov-Pass“ über ihr Smartphone einscannen, schildert er.

Digitale Impfpässe konnten in Förderstedt erst gegen Mittag ausgestellt werden

„Es gibt einen Wahnsinns-Andrang, sehr viele Nachfragen“, erzählte Sandra Trümper von der Germania-Apotheke in Förderstedt. Auch hier: Der Server überlastet. Erst um die Mittagszeit konnten dort die ersten digitalen Impfausweise ausgestellt werden. Bis dahin gab es schon etwa 20 Anfragen.

Birgit Puder holt sich gleich am ersten Tag den digitalen Impfpass in der Apotheke ab.
Birgit Puder holt sich gleich am ersten Tag den digitalen Impfpass in der Apotheke ab.
Foto Jan Dahms

Keinen Papierkram mehr

Eine der ersten Kunden, die sich zum Start gestern den neuen Impfpass geholt hat, ist Birgit Puder. „Bevor der große Ansturm kommt“, sagt sie. Die neue Möglichkeit findet sie vor allem praktisch. „Es ist sonst alles mit Papierkram verbunden. Ich denke, der digitale Pass vereinfacht es jetzt.“ Sie verspricht sich davon etwa einen einfacheren Zugang zu Restaurants. „Der Urlaub wird damit auch viel einfacher.“, hofft Birgit Puder. So ähnlich äußert sich auch ein Kunde in der Adler Apotheke, der gerade frisch den Impfausweis auf sein Smartphone installiert hat. Er denke, damit sei man flexibler unterwegs. Seinen analogen, gelben Impfausweis, werde er aber zur Sicherheit noch bei sich tragen, gibt er an.

In ein paar Minuten hat man den digitalen Impfpass

Die Inhaberin der Adler Apotheke ist Anke Marckwardt. Bei ihr gab es am Morgen des 14. Juni 2021 ebenfalls technische Probleme beim Erstellen des Passes, berichtet sie. Mittlerweile seien diese aber gelöst. Bis der Kunde den neuen Pass auf seinem mobilen Endgerät hat, vergehen nur ein paar Minuten. In etwa zehn Minuten sei der Vorgang abgeschlossen, schätzt sie ein. Man sollte aber trotzdem etwas mehr Zeit einplanen, denn die Mitarbeiter in der Apotheke müssten jetzt dazu bei einigen Kunden viel Technisches erklären.

Nicht alle Apotheken bieten Service an

Am 14. Juni 2021 waren auf der Internetseite „mein-apothekenmanager.de“ sechs Apotheken in Schönebeck aufgelistet, die den digitalen Impfpass anbieten. Die Mischer Apotheke hat sich aber bewusst gegen den Service entschieden, Inhaber Lars Mischer erklärt das Problem: „Ich bestätige mit meiner Unterschrift Impfungen, die ich nicht durchgeführt habe.“ Er als Apotheker könne so die Angaben zu den Impfungen nicht prüfen. Zudem lasse sich der analoge Impfausweis sehr gut fälschen, meint Mischer. Sein Vorschlag lautet deshalb, man sollte die Nachweise dort bekommen, wo man auch geimpft wurde.

Impfzentrum in Staßfurt stellt künftig digitale Pässe aus

Einen Nachteil für die Mitarbeiter gebe es nicht, wenn sie unwissentlich gefälschte Impfnachweise eintragen, erklärt dagegen Anke Marckwardt von der Adler Apotheke. Der Deutsche Apothekerverband habe auch eine Checkliste herausgegeben, woran man gefälschte Impfpässe erkenne. Man könne den Service auch verweigern, wenn Zweifel aufkämen, so Marckwardt. Auch das Impfzentrum in Staßfurt stellt in Zukunft digitale Pässe aus. „Das bedeutet, dass künftig alle Bürger im Rahmen ihres Termins im Impfzentrum in Staßfurt das Angebot unterbreitet bekommen.“, teilt Salzlandkreissprecher Marko Jeschor mit. „Die dafür notwendige Hard- und Software-Komponenten sind zwar bestellt, jedoch noch nicht geliefert worden.“