Schönebeck l In Zeiten der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen haben es viele Betriebe schwer. Der stadteigene Solepark bildet da keine Ausnahme, wie Betriebsleiterin Sibylle Schulz während der Sitzung des Finanzausschusses darlegte.

Darauf kann man stolz sein

Doch Schulz hatte auch eine gute Nachricht im Gepäck. Das Online-Vergleichsportal Check24 hat das Solequell nämlich ausgezeichnet. Demnach gehört das Gesundheitsbad zu den besten Thermen Deutschlands und ist laut den Testern die beste Therme in Sachsen-Anhalt. „Darauf können wir und die Mitarbeiter stolz sein“, sagt Sibylle Schulz.

207 Thermen getestet und verglichen

Auf der Website des Vergleichsportals lassen sich auch Informationen über die Tests finden. Insgesamt wurden laut Check24 207 Thermen in ganz Deutschland unter die Lupe genommen und anhand verschiedener Zertifizierungskriterien bewertet. „Wir haben die Thermen selbstverständlich anhand ihrer Bade- und Saunalandschaft bewertet und ausgewertet, aber nicht ausschließlich. Wichtige Punkte gab es auch für das Hygienekonzept in Corona-Zeiten, allgemeine Zugänglichkeit und Barrierefreiheit sowie gute Bewertungen im Internet“, heißt es auf der Website. Weitere Punkte, die beachtet wurden, sind unter anderem die Barrierefreiheit und ob eine Mitgliedschaft abgeschlossen werden muss.

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Lobend erwähnt Check24 unter anderem das große Innenbecken mit den Massagedüsen und dem Strömungskanal sowie das Kaskadenbecken mit seinen Wasserfällen. Zudem wird die salzige Luft des Soledampfbades als „Must do“ (Muss man erleben) empfohlen.

Auch Solepark-Sprecherin Linda Pickert ist über die Auszeichnung natürlich sehr erfreut, wenngleich sie bedauert, dass man damit derzeit nicht wirklich werben kann. Denn aktuell gibt es für Schönebecker oder Besucher coronabedingt nichts im Solequell zu erleben. Die Einrichtung muss geschlossen bleiben, gleiches gilt für weitere Angebote des Soleparks. „Wenn wir in Zukunft wieder öffnen dürfen, dann wollen wir aber auf jeden Fall mit dem Siegel werben“, sagt Pickert. Schließlich könne man mit dem Titel „Beste Therme Sachsen-Anhalts“ sicher Neugier bei potenziellen Gästen wecken. „Denkbar ist, dass das auch eine überregionale Strahlkraft hat, sodass auch Leute aus zu uns kommen, die vielleicht nicht unbedingt aus der Nähe kommen“, so die Solepark-Sprecherin.

Ausbleibende Einnahmen bei bestehenden Kosten

Doch das ist fürs Erste noch Zukunftsmusik. Noch muss sich das Soleparks mit dem Pandemiejahr 2020 herumschlagen. Und dieses wird – anders als im Jahr 2019, wo der Solepark sogar einen kleinen Gewinn von 584,80 Euro erzielen und dem Stadthaushalt zuführen konnte – schlechter ausfallen. „Wir werden kein positives Ergebnis erzielen können“, sagte Schulz im Finanzausschuss. Das ist nachvollziehbar, denn durch die Schließung zahlreicher Geschäftszweige bleiben Einnahmen aus.

Im Gegenzug gibt es aber Kosten im Solepark, die bestehen bleiben. „Manche Prozesse müssen einfach weiter laufen. Im Solequell müssen die Pumpen arbeiten und die Leitungen regelmäßig gespült werden. Das kann man nicht einfach komplett herunterfahren“, erklärt die Betriebsleiterin. Da habe es auch nicht viel genützt, dass im Sommer unter Auflagen geöffnet werden durfte. „Viele Gäste durften wird nicht rein lassen“, resümiert Schulz. Und generell sei das Besucheraufkommen – pandemiebedingt – eher verhalten ausgefallen.

Des Weiteren machte die Betriebsleiterin auf eine generelle Problematik aufmerksam: „Es ist ein Problem, dass kommunalen Betriebe, wie wir es sind, in den meisten Hilfsprogrammen nicht berücksichtigt worden sind“, sagte Schulz. Zwar könne der Solepark als Eigenbetrieb der Stadt nicht direkt Pleite gehen, dafür müsse aber eben die Stadt finanziell in die Bresche springen. Erst in einem der neuesten Hilfsprogramme der Bundesregierung – der sogenannten Novemberhilfe – werden auch kommunale Betriebe bedacht. Der Solepark hat inzwischen Hilfe beantragt, so Sibylle Schulz gegenüber den Mitgliedern des Finanzausschusses.

Und wie hoch fällt diese Hilfe aus? „Mit der Novemberhilfe werden Zuschüsse pro Woche der Schließung in Höhe von 75 Prozent des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November 2019 gewährt“, informiert das Bundesfinanzministerium auf seiner Website dazu.