Sommerferien? - Fehlanzeige!

Von Ariane Amann

Keine Zeit für Urlaub: Während für die meisten Barbyer die Urlaubszeit anbricht, müssen die Landwirte rund um Barby die Ernten einbringen.

Barby l Schulkinder haben Ferien, Familien fahren jetzt in den Sommerurlaub - dafür haben weder Yves Blume, Chef der Barbyer Agrar GmbH, noch seine Mitarbeiter Zeit. Statt Ausspannen heißt es hier Ernten. Die Gerste ist inzwischen zum größten Teil eingefahren, jetzt stehen Kartoffeln, Raps und Weizen. Zwischen den Ernten müssen die Geräte umgerüstet werden. "Der Mähdrescher braucht je nach Frucht mal größere und mal kleinere Bleche, um Weizen oder Raps verarbeiten zu können", erklärt der Landwirt. Außerdem haben die Mitarbeiter der Agrar GmbH in der vergangenen Woche schon eine Probereihe Kartoffeln gerodet, bevor es auf den großen Flächen rund um Barby richtig los geht.

Wenn das Wetter trocken genug ist, fahren die 25 Mitarbeiter auf den Feldern so lange es irgend geht. Der Agrar-Chef sagt: "In der Landwirtschaft hat man eben keine Sommerferien, da müssen wir arbeiten." Mähdrescher fahren, Kartoffeln roden, Maschinen wart und umrüsten - zu tun ist immer genug im Sommer. Ist die Ernte vorbei, geht es weiter mit einem Teil der Saat für das kommende Jahr.

Allerdings fallen in diesem Jahr die Erträge offenbar bei allen Feldfrüchten deutlich geringer aus als 2014. Der Grund dafür ist die anhaltende Trockenheit in den vergangenen Monaten. Im April, Mai und Juni habe es nur halb so viel geregnet wie für die Landwirte nötig, das Ergebnis sieht Yves Blume bei der Ernte der Gerste: "Etwa 40 Prozent Einbußen müssen wir hinnehmen." Beim Weizen sieht es nicht besser aus.

Auf den Feldern sind wegen der Trockenheit zum Teil zentimeterbreite Risse in den Fahrspuren. "Mein Telefon würde einfach darin verschwinden. Da müsste schon sehr viel Regen fallen, damit sich das noch ändert", sagt Yves Blume. Wegen der Trockenheit gibt es auch Probleme auf den Mais-Feldern: Der Mais ist noch nicht reif für die Ernte, steht aber deutlich kleiner als im vergangenen Jahr. "Mannshoch müsste der Mais eigentlich sein, statt dessen ist er nur halb so groß", weiß Yves Blume. Ein erfolgreiches Jahr wird 2015 für die Agrar GmbH Elbe Saale jedenfalls nicht: "Wir haben ja die laufenden Kosten für Personal, Saatgut, Dünger und Pflanzenschutz, Tierärzte - das wird ja nicht weniger."