Schönebeck l Die sozialen Medien sind allgegenwärtig. Hier wird getwittert, dort ein Facebook-Beitrag gelesen und an anderer Stelle ein Bild auf Instagram gepostet. Neben den normalen Nutzern dieser Dienste sind auch Firmen, Vereine sowie einige Städte und Gemeinden hier präsent. Schönebeck allerdings nicht. Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz erklärt: „Das Feld der Sozialen Medien permanent zu bespielen, ist für uns personell nicht leistbar. Wir betreuen bereits den Sags-uns-einfach-Melder (SUE) sowie verschiedene weitere Ebenen täglich, mehr personelle Kapazitäten haben wir einfach nicht.“

Diese Begründung findet sich auch in einer Studie der Universität Kassel aus dem Jahr 2016 wieder. Demnach sind mangelnde Ressourcen für 60 Prozent der Kommunen der Hauptgrund soziale Medien nicht zu nutzen. Ungeklärte Rechtsfragen (50 Prozent), die mangelnde Kontrolle über Inhalte (44 Prozent) sowie ungeklärte Sicherheitsfragen (43 Prozent) sind weitere Ursachen. Einen anderen Punkt spricht Wannewitz noch an: „Facebook hat insgesamt allerdings auch eine zweifelhafte Reputation, was unsere Zurückhaltung bestärkt. Es gibt Städte, die deshalb ganz bewusst auf Facebook verzichten.“

Nutzung bei Katastrophen

Dennoch bezieht die Stadt Schönebeck Facebook bei „außergewöhnlichen Ereignissen“ oder Katastrophen mit ein. „Dann posten wir auf Schönebecker Drittseiten von Facebook, also nicht mit eigenem Account. Neulich war dies im Falle der Welsleber Brücke so“, sagt Wannewitz. Da hatte der Stadtsprecher darauf hingewiesen, dass die Instandsetzung der Brücke noch bis 15. November andauert und somit für den Straßenverkehr gesperrt ist.

Überdies hebt Wannewitz hervor, dass die Stadt bereits verschiedene Möglichkeiten nutzt, um Informationen publik zu machen. „Wir kommunizieren bereits auf einem Fächer von Ebenen: Verbreitung von Nachrichten über konventionelle Medien, über die städtische Homepage, über die City-App, über das Amtsblatt, hinzu kommen der SUE-Melder, Bürgerversammlungen, Sprechstunden des Bürgermeisters, Öffnungszeiten der Verwaltungsbereiche und – wie gesagt – gelegentlich eben auch Facebook“, so Hans-Peter Wannewitz.

Blick in die Nachbarschaft

Ein Blick in die Nachbarschaft zeigt, dass Schönebeck keine Ausnahme ist. Auch in Barby, Calbe oder Bördeland spielen die sozialen Medien keine Rolle. Anders sieht das aber beispielsweise in Staßfurt aus. Als „Stadt Staßfurt“ nutzt die Verwaltung Facebook – und das sogar relativ regelmäßig. Es wird über Straßensperrungen informiert, Stellenausschreibungen werden veröffentlicht und weitere Informationen, wie geänderte Öffnungszeiten, mitgeteilt.