Calbe l Angelika Rieks Augen funkeln wissend und noch immer ungläubig vom Erreichten. Das Ergebnis übertrifft jegliche, gedanklich fixierte Zielvorgabe, räumt die Lehrkraft an der Herder-Sekundarschule ein. Großer Bahnhof herrscht im Klassenzimmer wegen des im Dezember initiierten Sozialen Tages. Alle über 200 Schüler arbeiteten und engagierten sich entweder in einem Unternehmen, bei der Familie, den Verwandten oder Nachbarn. Im Vordergrund stand die gute Tat. Einige Unternehmen haben den Schülern einen Obolus als Dankeschön mitgegeben. Das allerdings ist nicht etwa in der Schülertasche verschwunden, sondern wurde bei Angelika Riek gesammelt. „3.600 Euro sind zusammen gekommen“, verkündet sie Freude strahlend und überwältigt.

Ein Dankeschön an Schüler, aber auch an einzelne Eltern. Einige hätten lediglich durch Mundpropaganda von dem Tag gehört, sich aber trotzdem mit einer Spende daran beteiligt. Mancher Elternteil des einen oder anderes Sekundarschülers sei noch einmal losgezogen. „Eine Mutter ist danach nochmal losgegangen und 300 Euro zusätzlich gesammelt“, zeigt sich Rieck beeindruckt.

Verkleideter Weihnachtsengel

Das Engagement war hoch - genauso wie auch die Würdigungen und Wertschätzungen der Ethik-Lehrerin. Bekomme ein Fünftklässler für einige Stunden im Rahmen des Kinderarbeitsschutzgesetzes 40 Euro, sei das ein „sehr hohe Anerkennung für den Einsatz“. Siebtklässlerin Leonie hat sogar 176 Euro für die Spendenkasse erwirtschaftet. Als verkleideteter Weihnachtsengel habe sie im Altenheim gesungen, getanzt und den älteren Menschen Geschichten vorgelesen. Einsatz, der sogar Spaß gemacht hat.

Fand der Tag 2016 lediglich als Projekt für die Zehntklässler durch Ethikunterricht statt, nahmen 2017 bereits alle Sekundarschüler daran teil. Weitere Neuigkeiten offenbart Schulleiter Norbert Volkland: „Ich hatte sogar schon Anrufe vom Landesschulamt, die fragten, ob das nicht alle Schulen machen können“, freut er sich über die hohe Anerkennung.

Das Geld wurde jüngst an Sandra Matz vom Förderkreis krebskranker Kinder und Hanna Klingenberg vom Kinderhospiz (Pfeiffersche Stiftungen) übergeben. Damit würden Musiktherapien, Therapiehunde, Clowns etc. finanziert.