Schönebeck l Noch knapp vier Wochen ... Lothar Michna fiebert dem 13. Schönebecker Solecup schon entgegen. Im Stadion an der Magdeburger Straße gibt sich dann wieder ein Stelldichein von Profis, die Rang und Namen bei den Werfern haben. Kugelstoßer, Speer- und Diskuswerfer kämpfen um Weiten, um sich für internationale Meisterschaften zu qualifizieren. „Wir haben in diesem Jahr alle Sportler da, die wir haben wollten: die Kugelstoßer David Storl und Christina Schwanitz, die Speerwerfer Thomas Röhler und Johannes Vetter, den Diskuswerfer Robert Harting“, schwärmt der 53-Jährige.

Und mittendrin wird Lothar Michna sein. Muss er. Denn ohne den Schönebecker läuft nichts. Er ist Kampfrichter-Obmann, hat 2015 die Ausbildung zum Schiedsrichter gemacht. Kurzum: Für den sportlichen Teil des Solecups zeichnet er verantwortlich.

Er nimmt eine Woche Urlaub

Und das sportliche Ereignis ist für ihn nicht nur am 18. Mai. Wie viele weitere Helfer kümmert er sich mit um die Vorbereitung, den Aufbau, den Abbau. „Ich nehme immer eine Woche Urlaub dafür“, sagt Lothar Michna, der beim Kampfmittelräumdienst der Polizei arbeitet. Da zu sein, wenn er gebraucht wird, das ist für ihn ganz selbstverständlich.

Die Leidenschaft Sport kam durch seinen Sohn und seine Tochter. Beide haben beim Schönebecker Sport-Club trainiert. Leichtathletik. Weitsprung, Laufen, Ballwurf. „Wir haben zu dieser Zeit in Gnadau gewohnt. Also hat Papa sie immer zum Sport gefahren und zugeschaut“, erzählt er.

Vom Zuschauen sei die Zeit aber nicht so schnell vergangen. Also hat er sich aktiv eingebracht. Seit 1999 ist er Kampfrichter für Leichtathletik.

Motivation ist riesengroß

Seit 2003 gehört er auch einer Gruppe an, die als Kampfrichter in Sachsen-Anhalt und Umgebung unterwegs ist. Freie Wochenenden: Fehlanzeige. Motivation: Riesengroß.

Sein Lieblingsbereich ist der Speerwurf. Und dafür hat er eine sehr gute Erklärung: „Mein Sohn Sunny ist Speerwerfer und hat beim Solecup 2014 tolle 62 Meter geworfen“, erzählt er immer noch voller Begeisterung. Stolz schwingt in seiner Stimme mit. „Das ist Wahnsinn“, betont er. Sunny Michna sei bei Union 1861 Wurftrainer (Speer und Ball). Ein sportlich engagiertes Vater-Sohn-Team also.

Auch er habe Speerwurf-Erfolge feiern können, sagt Lothar Michna und berichtet schmunzelnd von seinem 40-Meter-Rekord während der Schulzeit. „Das ist natürlich nichts gegen die 62 Meter von meinem Sohn. Aber ich bin trotzdem stolz darauf. Immerhin hatte ich diese Leistung ohne Trainer erreicht.“

Vorfreude auf den 18. Mai

Übrigens: Die besten Speerwerfer erreichen bei den Männern fast 100 Meter. Der Weltrekord liegt bei 98,48 Meter. „Deutschland ist davon nicht weit weg“, so der Schönebecker. Voller Vorfreude erwartet er nun den 18. Mai. Der Weltmeister Johannes Vetter und der Olympiasieger Thomas Röhler im Speerwurf haben zugesagt. „Das freut mich sehr. Sie sind beide zum ersten Mal in Schönebeck“, sagt der Ober-Kampfrichter.

Ob er sich auch ein Autogramm hole? „Ja klar, aber die gebe ich meist an meinen Sohn weiter.“ Und ob er mit den Profis auch ins Gespräch komme? „Vor und während des Wettkampfes natürlich nicht. Da heißt es, volle Konzentration. Aber danach schon und die Gespräche sind meist ganz locker“, erzählt Lothar Michna.

Der Solecup ist ein sportliches Großereignis. Doch auch Nichtsportler sind herzlich eingeladen. Warum sollte keiner die Veranstaltung verpassen? „Diese Sportler sieht man sonst nur im Fernsehen. Hier sind sie alle auf einen Haufen. Das ist beeindruckend – für jedermann – versprochen“, macht der Obmann auf den mittlerweile 13. Solecup neugierig.

Und der FCM?

Am Sonnabend allerdings ist die Leichtathletik zweitrangig. Da fiebert er mit dem FCM. Auf das der Aufstieg gelinge!