Barby l Über dem Sportboden standen vor vier Jahren 30 Zentimeter Wasser. Nach der Flut von 2013 ging man noch davon aus, dass sich die Sporthalle am Gribehner Weg sanieren lasse. Der damalige Antrag für eine Wiederinstandsetzung belief sich auf 700.000 Euro. Doch es kam anders.

Ein Rückblick: Mit dem Bau der Sportanlage in der Spittelbreite (zwischen Gribehner Weg und Schwimmbad) wurde 1948 begonnen. Anfang der 1950er Jahre kam die Sporthalle hinzu. Es war ein Objekt des Nationalen Aufbauwerks (NAW). Träger dieser „Masseninitiative“ zur freiwilligen, gemeinnützigen und unentgeltlichen Arbeit war die Nationale Front. Wenige Jahre nach dem Krieg waren die Baustoffe noch knapper, als sie es in den folgenden vier DDR-Jahrzehnten sein würden.

Dieser Mangel kam 2014 bei der Untersuchung des Fundamentes zum Vorschein. Der Sporthallenfußboden hatte ein ganz dünnes Fundament. Auf einer Sandschicht lagen Ziegelsteine, darauf ein Hauch von Estrich, worauf die Fliesen verlegt wurden. Mehrere Probeschachtungen machten die Bauweise deutlich.

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Verdoppelte Kosten

Das Fazit des Prüfstatikers lief letztendlich auf den Schluss hinaus: Totalschaden. Bei Detailplanungen kamen dann einige Dinge zum Vorschein, die man bei der ersten Grobkostenschätzung noch nicht wissen konnte. Damit hat sich die ursprünglich beantragte Investitionssumme von 1,6 auf 3,2 Millionen Euro verdoppelt.

Das Geld ist bewilligt, laut Stadt gab es nun endlich grünes Licht für den Neubau.

Hauptnutzer des Hallenkomplexes sind die Fußballer. Bei Punktspielen konnten sie nach 2013 noch den wenig beschädigten Hallen-Anbau nutzen. Doch mit dem Abriss im vergangenen Jahr geht auch das nicht mehr. Die Barbyer Kicker wichen mit ihren fünf Mannschaften nach Gnadau aus. Das betrifft Spieler vom sechsjährigen Kind bis zu den Alten Herren.

Laut SSV-Blau-Weiß-Vereinschef Steffen Grafe sei der Platz in Gnadau für das gleichzeitige Training der Mannschaften sehr beengt. Zudem seien die verfügbaren Trainingszeiten kurz, weil man sich mit den Reitern abstimmen muss, die nebenan in der Reithalle trainieren. So reagierten die Pferde sehr sensibel, wenn aus Versehen ein Fußball gegen die Hallenwand knallte. Weil in Gnadau auch unerfahrene Kinder reiten, sei das nicht ungefährlich.

Ausweichlösung Gnadau

Doch zurück nach Barby. Im Herbst wird die Außenanlage des Sportplatzes am Gribehner Weg wieder bespielbar sein. Doch das nützt nichts, weil die Sporthalle mit ihren Umkleide- und Sanitäreinrichtungen voraussichtlich erst im Sommer 2018 fertig wird. Bis dahin müssen die Barbyer Kicker mit der Ausweichlösung Gnadau leben.

Das DIN-gerechte Fußball-Hauptfeld, die Aschenbahn, Sprunggruben und der Volleyballplatz sind so gut wie fertig. Auf dem Rasen wechseln sich drei automatische Regner ab. Auch das Faustballgelände ist wieder bespielbar.

Am Donnerstag informierte sich der Bundestagsabgeordnete Tino Sorge (CDU) über den Stand der Dinge. Schließlich hätten sich die Barbyer Sportler 2013 nicht träumen lassen, dass mit dem Wiederaufbau fünf Jahre ins Land gehen würden. Als kleinen Trost, mehr als moralische Geste, brachte Tino Sorge den Kickern ein paar Fußbälle mit.