Calbe l Prinzipiell müsste die Antwort auf die Frage wie aus der wortwörtlichen Pistole geschossen kommen: Wer tritt nach Queen Elisabeth die Nachfolge an, das britische Königshaus zu leiten und ein ganzes Land zu regieren? Die drei Antwortmöglichkeiten grenzen die Wahl bereits ein: Vielleicht Anne - das Zweitgeborene von Herzogin Kate und Prinz William? Oder ist es vielleicht William selbst oder doch eher dessen Vater, Kronprinz Charles? Im Unterrichtsrum des Friedrich-Schiller-Gymnasiums ist es kurz vor den Ferien still.

Zwei Teams haben die Möglichkeit, innerhalb von Sekunden den vor ihnen liegenden Basser zu drücken, doch damit lassen sich die sprachinteressierten Neunt- und Zehntklässler Zeit. Ein Mädchen drückt schließlich und tippt zum Erstaunen von Lehrern, Mitschülern und sogar der englischen Coaches auf die mittlere Antwortmöglichkeit, Prinz William. „Ich hab gelesen, dass Prinz Charles auf den Thron verzichten will, weil er schon älter ist“, begründet die junge Dame ihre Antwort. Sie weiß natürlich, dass stets der Nachwuchs des Throninhabers nachrückt. Das wäre Charles.

Stirnrunzeln bei Muttersprachlern

Prinz Charles ist mit 69 Jahren der älteste Sohn von der amtierenden 90-jährigen Elisabeth II. Stirnrunzeln bei den englischen Muttersprachlern Sam Thomas und Anna-Maria Forde. Sie werfen sich gegenseitig Blicke zu. Die Engländer sind als Muttersprachler auf die Arbeit mit deutschen Schülern spezialisiert und haben mit 23 Neunt- und Zehntklässlern eine Woche lang „English in Action“ praktiziert. Ein freiwilliges Angebot an Schüler, die sich über das „Schulenglisch“ hinaus intensiver mit der Weltsprache befassen wollen. Ein Revuepassieren-Lassen der englischen Schlagzeilen lässt beide Coaches zum Schluss kommen: Es bleibt beim Alten in Sachen Thronfolge. Prinz Charles würde nach seiner Mutter den Thron besteigen.

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Während die Gymnasiasten in Rollenspielen selbst kreierte Produktideen selbständig - und natürlich in Englisch - vorstellen, verbreitet Gina Jacqueline Richter als Deutschlands Fußballsprecherin der Weltöffentlichkeit, weshalb es mit dem Sieg der Deutschen nicht klappte: Das runde Leder sei schlicht verwirrt gewesen.

Die englischen Coaches auf Zeit zeigen sich vom Sprachverständnis, ihrer Motivation und der Aufgeschlossenheit der Schüler begeistert. Allesamt seien brillant, lobt Forde. Besprochen wurde viel. Unter anderem stand Englands Umgang mit der Multikulturalität im Fokus. In diesem Punkt lobt Schülercoach Sam Thomas die toleranten Haltungen in diesem Punkt.

Auslaufendes Öl

Dass die praktische Sprachwoche nicht ausschließlich an der Wirklichkeit vorbei geht, demonstrieren die Beiträge, die sich an Landeskunde und -typischen orientieren - oder, wie im Fall von Karl Lennart Bohse an Umweltproblemen. In fließendem Englisch spricht er über das Problem der Meeresverschmutzung durch auslaufenedes Öl. Umweltauswirkungen und Tierleid könnte vermieden werden - nach Vorstellungen der Schüler durch den „Pelican“ - ein 22 Tonnen schweres Flugzeug, das durch Vertikalantrieb über der Wasseroberfläche schweben kann.

Dessen - erdachte - Funktionsweise erklärt Bohse überaus selbstsicher und ebenfalls in englischer Sprache. The „Powder of Miracles“ (zu Deutsch: Wunderpulver) soll in diesen Situationen helfen. Über dem Ölteppich könnte nach dieses Idee rotes und blaues Pulver verschüttet werden, welches das umweltgefährdende Öl in Wasser- und Sauerstoff-Bestandteile zersetzt.