Trakai/Schönebeck l Das hat die Mitglieder der Schönebecker Delegation schon ein wenig mit Stolz erfüllt. Als am Sonnabend die Stadt Trakai (Litauen) zu ihrer großen Parade anlässlich ihres Stadtfestivals einlud, waren 16 Partnerstädte mit dabei.

Nach einer Polizeieskorte, Cheerleadern, einem Jugendorchester und der Landrätin mit allen eingeladenen Bürgermeistern folgten gleich die Schönebecker an die Spitze. Das hatte einen Grund: Die Gäste aus der Elbestadt hatte ein riesige Schönebeck-Flagge im Gepäck, die auffällig getragen werden konnte. Und so führte die deutsche Delegation sozusagen die kleine Parade mit an. Was die 5000-Einwohner-Stadt Trakai, zu der die Schönebecker in der Vergangenheit mit dem Landkreis und nun die Elbestadt mit der Rajongemeinde freundschaftliche Verbindungen pflegt, auf die Beine stellte, forderte auch Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) zustimmenden Respekt ab.

Dreitägiges Stadtfest in Trakai

Wie eine Mitarbeiterin der Trakaier Verwaltung berichtete, wurden im Haushalt für das dreitägige Fest rund 30.000 Euro eingestellt. Zahlreiche Veranstaltungen, weil sie im Fokus der Litauisch-Polnischen-Freundschaft standen, wurden von der Europäischen Union finanziell gefördert.

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Seit Jahren lädt die Stadt Trakai Ende Mai/Anfang Juni zu ihrem traditionellen Stadtfestival ein, zu dem nicht nur viele Besucher aus dem Land, sondern auch aus Russland, Lettland und Polen kommen. In diesem Jahr waren die Festlichkeiten eingebettet in die Jubiläen 100 Jahre Litauen und 1000 Jahre Trakai. Aus diesem Grund hieß die Gemeinde auch ihre 16 (!) Partnerstädte aus Europa und Asien willkommen. Schönebeck hat derzeit vier Partner.

„Es ist schön, Sie alle hier bei uns zu haben“, sagte Trakais Landrätin Edita Rudeliene bei einem Festempfang in fließendem Englisch. Zur Delegation aus Schönebeck gehörten neben dem Oberbürgermeister auch der Vorsitzende des Stadtrates, Friedrich Harwig (parteilos) und der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereines Schönebeck, Markus Baudisch. Sie wurde begleitet von Dolmetscher Mechmet Tefikow und weiteren Mitgliedern des Städtepartnerschaftsvereines Schönebeck.

Handwerk und Kultur im Mittelpunkt

Was ihnen und den weiteren tausenden Besuchern des Trakaier Stadtfestes am Wochenende geboten wurde, war wesentlich mehr als vergleichsweise das Schönebecker Brunnenfest und die Kulinarische Nacht im Kurpark zusammen. Aus dem gesamten Land Litauen kamen Händler, Trachten- und Musikgruppen zusammen. In dem kleinen Ort waren zwei Bühnen aufgebaut und die halbe Innenstadt für ein handwerkliches und kulinarisches Markttreiben gesperrt. Es gab vorrangig litauische Kostbarkeiten, die die Schönebecker Dank der Trakaier Begleitung überall verkosten konnten.

Ein wenig sprachlos über die wirklich liebevolle Gastfreundschaft zeigte sich Stadtratsvorsitzender Harwig. „Das ist super hier“, sagte er zur Volksstimme. Auch Oberbürgermeister Knoblauch zeigte Respekt. „Was die Trakaier hier auf die Beine gestellt haben, ist sehr lobenswert. Wir haben sehr viel gesehen und erlebt“, zog er am Sonntagnachmittag eine kleine Bilanz.

Dem Oberbürgermeister hatten es außerdem die Gespräche mit den anderen Oberbürgermeistern aus Polen, Russland, Weißrussland, Israel, Georgien, Aserbaidschan, Italien, Ukraine und der Türkei angetan. „Ich habe festgestellt, dass all diese Kommunen ähnliche Probleme wie wir in Schönebeck haben“, so der Oberbürgermeister zur Volksstimme.

Weitere Gespräche und Firmenbesuch

Ein Teil der Delegation flog am Sonntag zurück nach Deutschland. Für den größeren Teil der Gruppe stehen am Montag Gespräche mit Politikern des litauischen Parlaments auf dem Programm, ein Firmenbesuch und am Abend ein Treffen mit Trakaier Bürgern, die in ihrer Stadt einen Städtepartnerschaftsverein gründen wollen.