Magdeburgerin spendet dem Verschönerungsverein für Gedenkstelle auf dem Storchplatz

Stein erinnert an einstigen Pfarrer

Von Andreas Pinkert

Was haben die einstige Magdeburger Ulrichskirche und der Calbenser Storchplatz gemeinsam? An beiden Orten hat einst Pfarrer Karl Storch seine Spuren hinterlassen. Die 84-jährige Else-Renate Held aus Magdeburg hat dem Verschönerungsverein der Rolandstadt die Aufstellung eines Gedenksteins gewidmet, der an das soziale Wirken des Geistlichen erinnert. In vielen Schriften hat sich der bekennende Lokalpatriot für die Werbewirkung seiner Heimat eingesetzt.

Calbe. Vor 105 Jahren erschien ein kleines Büchlein mit dem Titel "Magdeburg - Ein Erinnerungsblatt". Darin lädt der Autor Karl Storch zu einem Bummel durch die Elbestadt ein. Das Werk, herausgegeben vom Fremdenverkehrsverein Magdeburg, gilt als erster moderner Reiseführer für Kurztouristen, die die heutige Landeshauptstadt erkunden wollten. Einige Jahre hatte Storch als Pfarrer auch in Calbe gewirkt.

"Auch hier hat er Spuren hinterlassen. Das sollte gewürdigt werden", ist Else-Renate Held überzeugt. Die 84-Jährige spendete dem Verschönerungsverein Geld, damit örtliche Unternehmen einen Gedenkstein für den Geistlichen anfertigen lassen konnten. Dieser schmückt seit einigen Tagen den gleichnamigen Storchplatz. Ob sich der Name des Platzes nun von Meister Adebar oder Pfarrer Storch herleitet, sei weiterhin unklar, so Hans-Holger Jürgens vom Verschönerungsverein. "Letztlich ist es doch auch egal, es schließt sich nicht gegenseitig aus", meint die rüstige Seniorin aus Magdeburg, deren Mutter in Calbe geboren wurde. "Die Familie Held und Storch verbindet eine lange Freundschaft", erklärt sie weiter. "Pfarrer Storch muss ein geselliger und musikalischer Mensch gewesen sein." Zudem soll er als Reisender stets Menschen für die Schönheiten ihrer Stadt und Umgebung sensibilisiert haben.

Ein Ansinnen, das der Verschönerungsverein heute mit tatkräftigem ehrenamtlichen Einsatz ebenso verfolgt und Touristen anlocken möchte. Vorsitzender Rudolf Conrad sowie Mitglied und Bürgermeister Dieter Tischmeyer bedankten sich im Namen aller für die Spende und für ein neu erschienenes Reprint des Magdeburger Büchleins von Karl Storch.