Im August beginnen die Arbeiten am dritten Bauabschnitt der Anbindungsstraße / Neuer Name soll Söker Straße sein

Straßen-Puzzle setzt sich zusammen

Von Justin Walther und Daniel Wrüske

Mitten in der Innenstadt wächst eine neue Straße. Die Anbindungsstraße ist in den Außenquartieren nach fast zwei Baujahren fertig. Startschuss für den dritten Bauabschnitt ist Anfang August. Dann wird die Trasse mit an das Bahnbrückental und die Tischlerstraße angeschlossen.

Schönebeck. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Anfang August wird der dritte Bauabschnitt der Anbindungsstraße in Angriff genommen - in einem sensiblen Bereich. Denn die in den letzten beiden Jahren entstandene Trasse soll von der Breitscheidstraße quer am Bahnbrückental entlang zur Tischlerstraße führen. "Das wird der umfangreichste Abschnitt der gesamten Maßnahme, allein von den Gewerken her", sagt Christiane Schreiber. Die Diplomingenieurin ist Sachgebietsleiterin Tiefbau im Rathaus und für die Arbeiten zuständig. Sie führt aus, dass zunächst Grundstücke von der Bahn gekauft werden mussten. Die Stadt hat seit April die Bahntechnik aus dem erworbenen Bereich zurück an die Bahnanlagen gelegt. Insgesamt zehn Kabel mit vielen Einzelleitungen. Kostenpunkt rund 400 000 Euro, dazu schwierige Verhandlungen mit den vielen Zuständigkeiten der Bahn. Auch wenn diese Arbeiten nicht sofort ins Auge springen würden, seien sie doch Grundlage für alles Weitere, so Christiane Schreiber. Die Planungen zeigen, dass der Straßenbau selbst nur das I-Tüpfelchen sein wird. Zeitweise müsse das Bahnbrückental gesperrt werden, um Baufreiheit zu haben. Zunächst wird eine Stützwand gebaut, um den Bahndamm absichernd abzufangen. Es entsteht ein neun Meter tiefes und fünf Meter breites Pumpwerk, dazu ein Staukanal in bis zu sechs Metern Tiefe für die Regenwasserableitung. Häuser müssen der Abrissbirne weichen, darunter das ehemalige Eiscafe Caberletto, auch die Einfahrt wird hier gesperrt, ein leerstehendes Wohnhaus am Busbahnhof oder eine Ruine in der Tischlerstraße. In der Salzer Straße/Söker Straße wird die Ampelanlage erneuert. Ein Kreisverkehr, der überfahrbar sein wird, schließt an die Zimmerer- und Tischlerstraße an. "Damit kann auch der Schwerlastverkehr aus den östlichen Gewerbegebieten über die Neubaustrecke hier entlang geführt werden", sagt Christiane Schreiber.

Die gesamte neue Straße ist 1,7 Kilometer lang und soll nach dem Willen des Stadtrates Söker Straße heißen. Ein Beschluss reicht bis in das Jahr 2000 zurück.

Aktuell wird die Frage des Lärmschutzes diskutiert. Christiane Schreiber erklärt, dass es bereits 1998 im Rahmen des Bebauungsplanes Lärmschutzgutachten gab, während der öffentlichen Auslegung der Pläne hätte sich niemand beschwert. Im Herbst wird eine begrünte Lärmschutzwand an der Salienenkolonie entstehen (aktiver Schutz). Sechs Anlieger der Strecke hätten nach den Untersuchungen Anspruch auf passiven Schutz. Das heißt Fenster in Wohn- und Schlafräumen werden erneuert. Die Kosten gehen in die Baukosten ein. Drei Anlieger hätten ihren Anspruch bisher deutlich gemacht. Weitere Berechtigte gebe es nicht, so Schreiber.