Groß Rosenburg l „Wir haben schon nicht mehr damit gerechnet, dass hier was passiert“, sagte ein Mittfünfziger, der vor ein paar Tagen über die abgefräste Straße Richtung Breitenhagen fuhr. Er tat das – wie so viele andere Autofahrer - seit Monaten „illegal“. Denn obwohl die Straße offensichtlich fertig war, verwehrten Sperrschilder oder Betonklötze die Durchfahrt Unbefugter.

Die offizielle Umleitung führt über Lödderitz. Diesen Umweg machen allerdings nur die ganz Gesetzestreuen. „Wir fahren entweder hier durch oder über die alte Zerbster Straße“, gestand der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Doch dieser Zustand soll bald vorbei sein, versicherte der Baulastträger Salzlandkreis.

Forderungen durchgesetzt

Als Auftragsgeber der Hochwasserschadensbeseitigungsmaßnahme hatte der Kreis seine Forderungen zur Beseitigung bestehender Mängel durchgesetzt. Man warf der Baufirma vor, die Deckschicht „zu dünne“ aufgebracht zu haben. Als die Straße im vergangenen Herbst übergeben werden sollte, hatte man diesen Mangel festgestellt.

„Es ist zwingend notwendig, dass Bauarbeiten hochwertig abgeschlossen werden“, so Landrat Markus Bauer, der sich bei den Bürgern für das Verständnis bedankt. „Die Langlebigkeit der Straße musste gesichert werden“, erklärt er das Vorgehen.

Es kam zu einem monatelangen Rechtsstreit. In dessen Ergebnis wurde die Deckschicht komplett abgefräst und durch eine höherwertige Schicht ersetzt. Im Weiteren wurde eine Verlängerung der Gewährleistung um ein Jahr vereinbart, teilte Ralf Felgenträger, Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebes, mit.

Schaden abwenden

„Wesentlich ist, dass auch eine technische Gleichwertigkeit der Haltbarkeit, Funktionsfähigkeit und Lebensdauer der neuen Straße erreicht wird“, fasste Felgenträger zusammen. Schließlich solle die Straße über einen längeren Zeitraum ohne Schäden halten, als die Gewährleistung es vorsieht. Die Vereinbarung berücksichtigte auch, dass durch diesen Kompromiss eine Förderschädlichkeit und somit Schaden vom Salzlandkreis abgewendet werden konnte. Schließlich handelt es sich um eine vom Bund finanzierte Hochwasserschadensbeseitigung.

Nach Einbau der Deckschicht kommende Woche müssen die Fahrbahnmarkierungen aufgebracht werden. Ende Mai sollen dann alle Arbeiten abgeschlossen sein, sodass einer Verkehrsfreigabe nichts mehr im Wege steht.

Bitte um Verständnis

„Für die durch die lange Sperrung entstandenen Unannehmlichkeiten und Einschränkungen wird nochmals um Verständnis geworben“, erklärt Felgenträger.

Es sei wichtig, den Bürgern eine Straße zu übergeben, die nachhaltig den ausgeschriebenen Erfordernissen entspricht und nicht nach einer Nutzungsdauer von fünf Jahren Reparaturarbeiten, die wieder mit Verkehrseinschränkungen verbunden sind, von Neuem beginnen.