Ranies l Rumpel, rappel, schepper. Würden die Straßen von Ranies - und so viele gibt es davon nicht - aus irgendeinem Grund in einem Comic auftauchen, müssten sie wohl mit dieser Lautmalerei beschrieben werden, wenn ein Auto darüber fährt. Doch mit dem „Geholper“ hat es bald ein Ende. Die Dorfstraße (in Ranies heißen alle Straßen Dorfstraße) wird saniert. Die Arbeiten beginnen nach Ostern, am 3. April. Das ist während einer Bürgerversammlung in Ranies versichert worden.

Eingangs der gut besuchten Zusammenkunft sagte Landrat Markus Bauer (SPD): „Wenn man hört, was alles passieren soll, kann man davon ausgehen, dass es schön wird.“ Ranies werde noch schöner werden.

3,2 Millionen Investsumme

Die Anwesenheit des Landrates hatte einen Grund: Sowohl Salzlandkreis als auch Stadt Schönebeck sind Vorhabenträger bei dieser von Bund und Land zu 100 Prozent geförderten Straßenbaumaßnahme. Der Kreis zeichnet für den Bereich der Kreisstraße verantwortlich, die Stadt für die kommunalen Straßen.

Alles zusammengerechnet sollen rund 3,2 Millionen Euro investiert werden, der Anteil der Stadt liegt bei rund 2,1 Millionen Euro, der Anteil des Kreises bei rund 1,1 Millionen Euro; wie gesagt: zu 100 Prozent gefördert. Enthalten sind, wie in einem Rundumschlag, auch die Erneuerung von Versorgungsleitungen (Gas, Wasser, Elektro plus ein Lehrrohr), das Anlegen einer Regenentwässerung, die Sanierung der Nebenanlagen wie Gehwegen und die Erneuerung der Straßenbeleuchtung.

Allein die Straßenlampen werden nicht zu 100 Prozent, sondern zu 75 Prozent gefördert. Es bleibt ein Restbetrag von 7600 Euro. Der soll auf die Ranieser aufgeteilt werden, als Ausbaubeitrag. Über den Daumen gerechnet kommen auf einen Haushalt 73,20 Euro zu. Als diese Zahl genannt wurde, entspannten sich viele Gesichter. Ortsbürgermeister Rüdiger Kunze meinte: „Damit kann man gut leben.“ Er dankte dem Landkreis und der Stadt, „dass sie sich für uns stark gemacht haben“.

Sanierung ist Glücksfall

In der Tat ist die grundhafte Sanierung der Dorfstraße in Ranies so etwas wie ein Glücksfall. Vor allem keine Orte im Salzlandkreis warten seit Jahren auf die Ertüchtigung ihrer Straßen - und werden zum Teil noch lange darauf warten. Der Landrat sprach von einer Liste, die nur langsam abgearbeitet werden könne.

Ranies kommt in den Genuss der Fördermittel über den Fonds des Landes Sachsen-Anhalt zur Hochwasserschadenbeseitigung. Die extreme Elbeflut vom Juni 2013 hatte aufgrund von Drängwasser für Schäden im Bereich der Straßen gesorgt. So jedenfalls ist es von Landkreis und Stadt geltend gemacht worden.

Kurz vor Beginn der Bauarbeiten sollen an alle Haushalte Handzettel verteilt werden, erklärte der Diplom-Ingenieur Michael Jahn vom Magdeburger Planungsbüro. „Dort, wo gebaut wird, wird es eine Vollsperrung geben“, sagte Jahn. Die Grundstücke seien fußläufig jedoch zu erreichen. Ein Parken der Fahrzeuge vor dem eigenen Haus sei nicht möglich. Der Sportplatz könne als Parkplatz genutzt werden. Auf Nachfrage eines Bürgers, der den Sportplatz nach der Bauphase kaputt gefahren sieht, hieß es, dass eine Generalüberholung nicht vorgesehen ist. Ein Parken sei aber auch auf dem Tennisplatz möglich.

Mülltonnen-Abholservice

Mülltonnen können wie gewohnt vor das jeweilige Grundstück gestellt werden. Mitarbeiter der Baufirma - den Zuschlag bekam übrigens ein hiesiges Unternehmen - werden sie dann zu einem zentralen Platz bringen und nach der Entleerung auch wieder zurück bugsieren. Die Ranieser sollen Namen und Hausnummer auf die Tonnen schreiben.

Zum öffentlichen Personennahverkehr hieß es, dass der Bus - aus Pretzien kommend - am Ortsausgang zum Aus- und Einsteigen der Fahrgäste halten werde. Hier soll eine provisorische Wendeschleife eingerichtet werden.

Läuft alles planmäßig, ist am 31. November 2019 alles fertig. Und ja: Der Rosenmontagsumzug am 3. März 2019 soll auf jeden Fall stattfinden können. Tipp: Immer dienstags finden ab 9.30 Uhr Bauberatungen statt. Der Polier ist bei Fragen aber immer ansprechbar, hieß es.