Schönebeck l Wer mit dem Auto auf der Straße „An der Güstener Bahn“ in Schönebeck unterwegs ist, hört gleich, was Anwohner Peter Meinz meint. Denn dann hört man ein leises Riesel-Geräusch. Kleine Steinchen, die gegen das Metall des Kotflügels prasseln.

„Der Teersplitt, der verfolgt die Anwohner hier seit Monaten. Langsam reicht es uns“, macht Peter Meinz seinem Ärger Luft. Er hebt seinen Schuh an. An der Sohle sind lauter kleine Teer-Steinchen zu erkennen. „Die schleppen wir dann mit uns rum.

Unter den Pfoten

Mittlerweile sind sie überall. In der Garage, im Auto, in der Wohnstube.“ Im Sommer, als es heiß und der Teersplitt frisch aufgetragen war, sei es noch viel schlimmer gewesen, beschwert er sich.

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Sein Nachbar Tommes Heil hört, dass die Presse da ist und kommt ebenfalls auf die Straße. Ihm folgt seine Bordeauxdogge. „Auch unsere Hunde haben das Zeug zwischen den Pfoten, das können wir da fast täglich rauspulen“, sagt er verärgert.

Risse geflickt

Im Sommer dieses Jahres seien durch den städtischen Bauhof im Auftrag der Stadt die Risse in der Straße geflickt worden. Oder, wie Peter Meinz und Tommes Heil sagen: Sie haben probiert, die Straße zu flicken. Man habe zunächst heißen Teer auf die Straße gesprüht und dann den Teersplitt aufgetragen. Peter Meinz findet, dass dieses Vorgehen eher für Landstraßen üblich sei. In Wohngebieten wie „An der Güstener Bahn“ hält er es für die falsche Methode.

Das Problem: Vermutlich durch die starke Hitze im Sommer, glauben die Anwohner, ist der Teersplitt, der auf den Flüssigteer aufgetragen wurde, nicht haften geblieben. „Hier wurde schlampig gearbeitet. Wir fühlen uns von der Stadt schlecht behandelt“, kritisiert Peter Meinz, wie an seiner Straße vorgegangen wurde.

Problem nicht beseitigt

Auch sei das eigentliche Problem an der Straße, nämlich die Risse, dadurch nicht beseitigt worden. Überhaupt wurde der Teer nur auf einer Straßenseite aufgetragen. Und selbst, da, wo die Straße „geflickt“ wurde, seien die Schäden teils noch immer da, sagt er, und zeigt auf eine Stelle. „Wir wollen, dass unsere Straße wieder in Ordnung gebracht wird“, fordert Tommes Heil wütend.

Die Stadt gibt auf Anfrage der Volksstimme an, dass es ein normaler Vorgang sei, dass der Teersplitt einige Zeit nach dem Auftragen auf die Straße noch einmal nachgefegt werden werden müsse. Die Art und Weise, wie die Risse auf der Straße an der Güstner Bahn geflickt worden seien, sei eine gängige Methode.

Hoffen auf Ruhe

Es sei jedoch nun erneut ein Auftrag durch die Stadt beim städtischen Bauhof ausgelöst worden, versichert Sprecher Hans-Peter Wannewitz, dass die Schäden auf der Straße „An der Güstener Bahn“ baldmöglich beseitigt werden.

Peter Meinz und Tommes Heil hoffen sehr, dass dies sorgfältiger geschehen wird, als im Sommer. „Dann“, so sagt Peter Meinz, „kehrt endlich wieder Ruhe in unsere kleine Siedlung ein.“