Bernburg l Landrat Markus Bauer (SPD) hat den Ameos-Konzern wegen angedrohter Schließungen von Krankenhausabteilungen im Salzlandkreis indirekt kritisiert. „Das können wir im Sinne einer qualitativ hochwertigen Daseinsvorsorge natürlich nicht gutheißen“, teilte der Landrat des Salzlandkreises in einer Erklärung auf Anfrage mit. Sollten diese Ankündigungen als Drohungen gegenüber streikenden Angestellten wahrgenommen werden, seien sie kein probates Mittel, teilte der Landrat etwas vage mit. In diesem Zusammenhang wolle er an den Vorstand von Ameos herantreten. Tarifauseiandersetzungen seien zwar grundsätzlich Aufgabe der Tarifparteien. Der Landrat würde sich aber als Mediator zur Verfügung stellen, falls dies gewünscht sei.

Die Forderungen des medizinischen Personals von Ameos nach einer tariflichen Bezahlung seien nachvollziehbar. „Die Arbeit der Ärzte und des Pflegepersonals ist imminent wichtig für die medizinische Versorgung im Salzlandkreis“, so der Landrat. Diese Leistung sollte sich in der Entlohnung widerspiegeln. Die aktuelle Situation zeige, dass der Salzlandkreis mit der Privatisierung der Krankenhäuser Steuerungsmöglichkeiten abgegeben habe.

Ameos schließt Pflegedienst in Aschersleben

Unterdessen soll Ameos einen ambulanten Pflegedienst in Aschersleben aufgelöst haben. Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, haben einige der der sieben Mitarbeiterinnen gekündigt. Die restlichen sollen betriebsbedingte Kündigungen erhalten haben.

Ameos hatte als Betreiber von mehreren Krankenhäusern in der Region angekündigt, dass die von der Gewerkschaft Verdi geforderte Bezahlung der Pflegekräfte nach Tarif zu Streichungen von 800 Stellen führen würde. Ameos lehnt Gespräche mit Verdi ab. Mehrere Hundert Mitarbeiter waren dem Aufruf von Verdi zum Warnstreik in Staßfurt, Bernburg, Aschersleben und Haldensleben gefolgt. Auch der Marburger Bund hatte sich als Interessenvertretung der Ärzte dem Aufruf angeschlossen. Am Freitag soll an den beiden Ameos-Kliniken in Schönebeck gestreikt werden.