Schönebeck l 13 Millionen Euro – so viel Geld plant die Städtische Wohnungsbau GmbH (SWB) in Schönebeck, in 2020 zu investieren. „Das ist schon eine Hausnummer“, ist sich SWB-Geschäftsführerin Sigrid Meyer bewusst. Einiges davon werde mit Krediten laufen. Bei dieser Zinslage sei nicht gut beraten, wer nur mit Eigenmitteln baue, findet sie.

Hier eine Übersicht der großen Vorhaben 2020. Dazu kommen Maßnahmen der Instandsetzungen in den bestehenden Objekten.

Moskauer Straße 24 bis 28

Ähnlich wie bei Mehrgeschossern an der Straße der Jugend sollen bei dem Block Moskauer Straße mit den Eingängen 24 bis 28 die beiden obersten Etagen rückgebaut werden. Es würden sich – auch aufgrund des demografischen Wandels – nicht mehr genügend Mieter für diese Wohnungen finden. „Wir wollen den Rückbau im bewohnten Zustand machen. Aber ganz in Ruhe, gemeinsam mit den Mietern“, betont Sigrid Meyer.
Doch vor dem eigentlichen Bauvorhaben gebe es noch eine andere Herausforderung: Nämlich das Finden einer Firma, die sich mit der „Platte“ auskennt, weiß, wie diese aufgebaut ist, um die Etagen auch ordentlich rückbauen zu können. „30 Jahre nach der Wende ist das nicht so einfach, dafür Fachleute zu finden.“
Die Gesamtkosten werden sich auf 2,8 Millionen Euro belaufen. Rund 500.000 Euro werden, so hofft die SWB-Chefin, aus dem Förderprogramm Stadtumbau Ost fließen. Diese hohe Summe sei auch nötig, sagt sie und zählt auf: leere Wohnungen sanieren, Umzug absolvieren, Abriss der oberen Etagen, Aufwertung mit einem neuen Dach ...

Neubau in Plötzky

Das ist eine Premiere für die SWB: Sie will in Plötzky neu bauen. „Dieser Neubau liegt mir sehr am Herzen. Der Ort braucht barrierefreie Wohnungen“, sagt Sigrid Meyer im Volksstimme-Gespräch. Zwar biete die Wohnungsbaugesellschaft dort an der Albert-Schweitzer-Straße schon Wohnraum. Nun ist – ebenfalls an dieser Straße – erstmals ein Neubau geplant. Zwölf barrierefreie Wohnungen mit einer Wohngruppe sollen entstehen.
Doch momentan gibt es noch ein Aber: „Wir haben uns den Neubau fest vorgenommen, aber es besteht noch Klärungsbedarf mit dem Energieversorger.“ Denn dort, wo das Haus hin soll, steht ein Trafohäuschen. Das muss versetzt werden.
Für den Neubau wird mit Kosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro über zwei Jahre gerechnet. „In Pretzien und Ranies haben wir auch jeweils ein Objekt, aber dort besteht kein weiterer Bedarf.“

Schillergarten: Neubau Kita

Das Ziel ist sportlich: Am 1. August soll die Übergabe der 24-Stunden-Kita Am Schillergarten sein. „Die erste Etage ist fertiggestellt und die Deckenplatte ist drauf. Die ersten Gewerke können rein“, so Sigrid Meyer. In diesem Jahr sollen rund 1,4 Millionen Euro in den Bau fließen.
Zudem werden auf dem Schillergarten-Areal noch weitere Mehrfamilienhäuser gebaut. Aufgrund der Baupreissituation, muss die SWB-Chefin einräumen, wird sich die Fertigstellung jedoch bis 2021 hinziehen. Für Rohbau und Erstinstallation sind für dieses Jahr drei von insgesamt acht Millionen Euro veranschlagt.

Lutherpark: Neubau

Aktuell ist nur ein Erdhaufen zu sehen – noch fehlt das letzte Doppelhaus im Lutherpark, dann ist das Quartier Luther-/Krausestraße fertig. Es wird ein Block sein, der 17 barrierefreie Wohnungen bietet. „Das Ensemble aus zehn Häusern ist dann komplett. Durch den modernen Baustil ist die ganze Straße aufgewertet“, ist Sigrid Meyer sich sicher, auch durch die Resonanz auf dieses Angebot. Dort will die Wohnungsbaugesellschaft zwei Millionen Euro investieren.

Malzmühlenfeld: Neubau Haus

Zwei Millionen Euro fließen in den ehemaligen SWB-Firmensitz Am Malzmühlenfeld. Dort sind drei Häuser geplant. Zwei stehen bereits, die Arbeiten am dritten Haus sollen nun beginnen und im kommenden Jahr fertig werden. Das Projekt ist ein besonderes, denn jeweils in der unteren Etage sollen Wohngruppen (WG) – bis zehn Bewohner – einziehen. In der oberen Etage sind barrierefreie Wohnungen.

Weitere Vorhaben

Die Wohnungen der Lutherstraße 23 bis 27 erhalten Balkone. Kostenpunkt: 350.000 Euro.
Die Mehrgeschosser Moskauer Straße 15 und 16 sollen neue Aufzüge erhalten. Kostenpunkt: 400.000 Euro. „In den Hochhäusern Moskauer Straße 17 und 18 haben wir im vergangenen Jahr die Fahrstühle wechseln lassen. Diese sind von Anbeginn drin gewesen, da musste sich etwas tun“, erklärt sie und betont: „Die Bewohner hatten da sechs Wochen keinen Aufzug – meine Hochachtung, dass sie das so gut mitgemacht und ertragen haben. Jetzt noch die Eingänge 15 und 16 und dann sind wir durch.“

Laufende Projekte

Sigrid Meyer ist mit dem Stand der Vorhaben, die im vergangenen Jahr begonnen haben, ganz zufrieden. So ist zum Beispiel das Lutherpark-Doppelhaus Krausestraße 21/23 übergeben. Über einen Fahrstuhl in der Mitte sind die barrierefreien Wohnungen zu erreichen. Das nächste Haus 25/27 steht schon und soll im März fertig werden. Auf dem Schillergarten-Areal seien alle Grundstücke bis auf zwei verkauft. „Wir haben schönen Zuzug aus Magdeburg und dem Umfeld, die dortigen Preise lassen die Leute eben doch überlegen, ob sie nicht ins nahe Schönebeck ziehen.“

Auch am Bestand habe sich Einiges getan:
Die Wohnungen Freiliggrathstraße 1 bis 19 haben Balkone bekommen.
Die Häuser im Malzmühlenfeld werden bald mit Balkonen und Aufzügen sein. Die Arbeiten haben begonnen und erfolgen eingangsweise.
Restarbeiten stehen noch am Objekt Pfännerstraße 12/13 aus.

Laut Plan wollte die SWB 2019 gut 11,4 Millionen Euro investieren. „Wir werden wohl nicht auf den Punkt ankommen. Schon jetzt sind zehn Millionen Euro umgesetzt“, sagt sie mit Blick auf noch ausstehende Rechnungen. „Wir geben mehr Geld aus als in den Vorjahren, da wir auch einiges aus 2018 übernommen hatten. Die Kosten waren teils höher als gedacht, die Kapazitäten der Firmen nicht da. Vieles, was 2018 geschafft sein sollte, ist erst im Frühjahr 2019 fertig geworden.“ Die SWB-Chefin weiß mittlerweile aus Erfahrung: „Die Baukosten werden sich in nächster Zeit nicht wesentlich reduzieren. Die Firmen am Markt haben so viel zu tun, dass sie den Preis regeln können.“

Die SWB hat knapp 3600 Wohnungen im eigenen Bestand, dazu die Verwaltung von 800 Wohnungen der Gesellschaft in Gommern (seit 2009). Der Leerstand beträgt aufgrund der demografischen Entwicklung etwa 16 Prozent.