Schönebeck l „Mit großer Freude“ informiert Julia Klöckner, die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, per Brief den Landrat im Salzlandkreis über eine Soforthilfe in der Region. Diese Freude liegt auch ganz auf der Seite von Markus Bauer. Denn die Tafel Schönebeck des Awo-Kreisverbands erhält für ihre Initiative „Kontaktarme Ausgaben und Schulungen“ eine Förderung von knapp 3000 Euro, teilt ihm die Ministerin mit. Das Geld wird über eine Sondermaßnahme bereitgestellt, zur Stärkung des Ehrenamts und Sicherung der Versorgung.

„Diese Hilfe kommt zur rechten Zeit“, kommentiert der Landrat die erfreuliche Nachricht aus Berlin im Oktober 2020. Denn er kennt die engen finanziellen Zwänge in den Vereinen. „Das Geld für die Schönebecker Tafel nutzt am Ende gleich tausend Salzländern. Und zwar jenen, die unsere Hilfe besonders brauchen.“

Landrat zeigt sich dankbar

Er sagt: „Die Arbeit von Awo-Geschäftsführerin Ines Grimm-Hübner und ihrer Mitstreiterinnen wird wertgeschätzt. Das finde ich richtig und wichtig. Dafür sind wir vor Ort dankbar. Weil es eine monetäre und moralische Zuwendung für das Ehrenamt darstellt, für Menschen, die für andere da sind. Ehrenamt gewinnt in der jetzigen Ausnahmesituation noch größere Bedeutung für den Zusammenhalt der Gesellschaft.“

Insbesondere die ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfen und Nahversorgungsinitiativen im ländlichen Raum litten unter der Corona-Krise und ihren Folgen, weiß man auch im Bundesministerium: „Die andauernden Kontaktbeschränkungen führen – auch weiterhin – zu erheblichen Einschränkungen und Kosten. Alleine können die Vereine und Initiativen diese finanzielle Mehrbelastung nicht abfedern.“

Menschen versorgen

Die Tafel Schönebeck, die in der Stadt und der Region Calbe, Barby, Biere und Groß Rosenburg inzwischen nach eigenen Angaben rund 960 hilfsbedürftige, ältere und ärmere Menschen mit Lebensmitteln versorgt, muss nachrüsten, will Kontakte vermeiden, um die aufgebaute Nähe nicht zu gefährden.

Tafelbesucher und Mitarbeiter müssen geschützt werden mit ausreichend Desinfektionsmittel, Schutzmasken, Handschuhen und weiterer Ausstattung. Denn die Lebensmittelausgabe soll möglichst kontaktarm und im Freien gewährleistet werden. Für die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander, für digitalen fachlichen Austausch, Schulungen und Webinare fehlt technische Ausrüstung. „Dafür ist das Geld gedacht, damit wir uns in Zukunft auch digitaler aufstellen können“, sagte gestern Awo-Geschäftsführerin Ines Grimm-Hübner und bedankte sich für die Hilfe.