Barby l Bisher müssen sich die Besucher der Kreisgrabenanlage mit einer mobilen Toilette und Informationen auf Außenschildern begnügen. Auch Info-Material (abgesehen von Flyern) oder einen Kaffee, gibt es nicht.

Noch nicht! Nach Fertigstellung des Bauwerks soll sich das ändern. Dann haben die Gäste ein Dach über dem Kopf, bekommen einen Tee oder nehmen Andenken mit nach Hause. Natürlich wird das Besucherzentrum auch sanitäre Anlagen haben.

Verweileffekt steigern

Bereits Ende Juni stellte der für Kreisentwicklung zuständige Fachdienstleiter Tilo Wechselberger das Vorhaben im Barbyer Bauausschuss vor. Allerdings hielt er sich mit der Darstellung des Siegerentwurfs damals noch zurück. Der Kreistag musste den Entwurf noch bestätigen, was mittlerweile erfolgt ist.

„Die Jury hat es sich nicht leicht gemacht und drei Stunden gebraucht, um die Entwürfe zu diskutieren“, verriet Tilo Wechselberger. Man habe sich für eine Flachdachvariante aus moderner Betonskelettbauweise mit Gefachen aus archaischem Stampflehm entschieden. Das Haus werde nahe dem jetzigen Eingangsbereich errichtet. Fahrradboxen für Radwanderer und Schließfächer für Besuchergepäck seien ebenso vorgesehen, wie ein Freisitz, „um den Verweileffekt zu steigern“, wie es hieß.

Der Landkreis reichte einen Fördermittelantrag ein und hofft auf eine 90-Prozent-Förderung.

Besucherzuspruch wächst

Das Ringheiligtum hat sich zu einem Besuchermagneten entwickelt. Landrat Markus Bauer (SPD) nannte bei einer Besichtigung der Anlage Zahlen: Im vergangenen Jahr wurden 29042 Besucher gezählt. Am 21. Juni dieses Jahres waren es bereits 11764. „Wenn man den Monat Mai 2018 betrachtet, bedeutet das eine Steigerung gegenüber dem Mai 2017 um fast 24 Prozent. Laut Bauer wäre ein „realistischer Fertigstellungstermin“ eher 2021.

Die Anlage, die vom Salzlandmuseum Bad Salzelmen betreut wird, verzeichnet einen kontinuierlichen Besucherstrom. Die Bewertungen von Besuchern, die oft von auswärts kommen, sind überwiegend positiv. So schreibt eine Familie aus Bamberg: „Die Anlage ist sehr schön und eindrucksvoll rekonstruiert. Sie kostet keinen Eintritt. Die 3 Euro pro Person für eine Führung waren gut angelegt, wir haben viele Dinge erfahren, die wir nur anhand der geschickt gestalteten Informationstafeln nicht gelernt hätten. Die Infrastruktur besteht leider nur aus einem Parkplatz und einem Toilettenhäuschen.“

Ohne Eintritt

Ein Berliner meint: „Die Erklärtafeln sind leider sehr allgemein, sodass man vermutlich ins Kreismuseum muss, um mehr darüber zu erfahren. Daher hier nochmal zur Klarstellung: Das Ringheiligtum ist frei begehbar und kostet keinen Eintritt. Eine Führung vor Ort und der Eintritt ins Museum sind jedoch kostenpflichtig. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite des Museums.“

Ein Besucher aus Magdeburg ergänzt: „Die Anlage selbst überrascht mit vielen Details, wie Gräbern, rituellen Opferplätzen, Handelsplätzen sowie Totems. Keiner bereut es, hier gewesen zu sein. Auf Youtube gibt es ein Video zu dieser Anlage, wie es vor 5000 Jahren ausgesehen haben könnte.“