Barby l Der Frühling kommt mit Macht, die ersten Kleingärtner können es kaum erwarten, ihre Parzellen in Ordnung zu bringen. Dazu gehört die Entsorgung von Baum- und ähnlichem Schnitt auf dem Osterfeuerplatz.

Bisher war es so, dass das Ordnungsamt diese Plätze vier Wochen vor Ostern frei gab. So auch 2019. In einer Pressemitteilung des Ordnungsamtes heißt es: „Die Anfuhr von Baum- und Heckenschnittholz sowie Zierstrauchgehölzern in den jeweiligen Ortsteilen der Einheitsgemeinde ist ab Sonnabend, 23. März 2019, auf den bekannten Plätzen möglich.“

Einschränkungen am Brennort

Doch es gibt eine Einschränkung. Weil der Platz an der „Kanne“, der seit Anfang der 1990er Jahre einziger offizieller Osterfeuer-Brennort der Elbestadt ist, derzeit Schutthalde und Baustofflagerplatz ist, steht er in diesem Jahr nicht zur Verfügung. Baufirmen haben dort Betonschutt zwischen gelagert, der beim Ausbau des Ziegelei- und Fahrtweges anfiel. „Ein Ausweichplatz wird rechtzeitig bekannt gegeben. Wir sind aber noch auf der Suche danach“, versichert Ordnungsamstleiterin Karin Knopf. Zwar habe man einige Orte im Auge, müsse aber deren Eignung noch testen. So gebe es eine Fläche unweit des Schützenplatzes an der Fährstraße. Doch die liegt im Überflutungsgebiet von Elbe und Saale. Weil bis in drei Wochen eine Entscheidung getroffen werden muss, drückt die Zeit.

Denn selbst wenn man das Aufstapeln von Holz vier Wochen lang genehmigt, könnte ein Frühjahrshochwasser zwischen dem 23. März und Ostern einen Strich durch die Rechnung machen. Selbst der bisherige Platz an der „Kanne“ - er liegt etwas erhöht auf einer ehemaligen Schuttkippe - ist nicht hundertprozentig sicher. Alte Barbyer werden sich daran erinnern, dass Mitte der 1960er Jahre der Zirkus Hein mitten in der Nacht evakuiert werden musste, weil das Sommerhochwasser stieg.

Allein in Barby wurden zu DDR-Zeiten an mindestens acht Stellen (Magdeburger Tor, Sportplatz, Colphuser Damm, Kanne, Maizena, Weinberg, Lindenallee, Fähre) offizielle Feuer entfacht. Sogar in Pömmelte waren es vier. Die Männer der freiwilligen Feuerwehren hatten alle Hände voll zu tun, das Geschehen zu überwachen. Auf umweltgefährdende Inhalte achtete damals kein Mensch.