Calbe, Barby, Schönebeck l Osterfeuer sind wie kleine Familienzusammenführungen am „Outdoor-Kachelofen“, an dem man sich gut wärmen kann, aber auch nicht zu nah herantreten darf. Der Calbenser Feuerwehrmann Torsten Fröhlke testet das mit der vom Feuer begeisterten, fünfjährigen Stella. In der Saalestadt ist der optimale Standort der Platz auf der ehemaligen Deponie im Glöther Weg. Den suchen Ostersonnabend Dutzende Besucher auf. Sie bewundern - wie Stellas Mutter Kathrin Ebel - die Aussicht auf das Feuer mit der riesigen Qualmwolke, die aufgrund des feuchten Holzes entsteht, von dem hügeligen Gelände auf die Lichter der Stadt.

Sandy Beutler und ihren Sohn Jan Luis im Calbenser Ortsteil. Beide treibt vor allem die Tradition zum flackernden Reisighaufen in den Wispitzer Weg von Schwarz. Vom Ort für Bürger des Ortes mit der Option, Leute am Feuer zu treffen, die man sonst das ganze Jahr nicht sehe. Das mache für Beutler den Reiz des Osterfeuers aus. Meterhoch ist der Holzhaufen hoch, in denen Teilnehmer des von der Freiwilligen Feuerwehr Schwarz begleiteten Fackelumzuges wie Jan Luis, Lea Koch sowie ihre Cousine Leonie ihre Fackeln stecken. „In diesem Jahr ist der Feuerhaufen auf jeden Fall erheblich größer“, schildert Feuerwehrmann Mathias Täubert. Zusammen mit der Kinderwartin Anna Dockal werden sie zu Osterhasenhelfern und verteilen unter den Kindern Ostereier.

Feuer bereits einen Tag vorher

In Gnadau und Wespen konnten es offenbar einige Zeitgenossen nicht abwarten, dass der Osterfeuerberg nach alter Tradition am Sonnabend angesteckt werden sollte. Sie fackelten ihn bereits einen Tag zuvor ab. In Barby war das im vergangenen Jahr auch so. 2018 ging aber alles gut. Hier kamen nach Einschätzung der freiwilligen Feuerwehr rund 500 Menschen zur „Kanne“, wo ein riesiger Reisigberg loderte. In Barby, wie an anderen Orten auch, übernahm die Feuerwehr zusammen mit dem Förderverein die Versorgung.

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Sauer war der Groß Rosenburger Christoph Jäger, der mit dem Kopflader seines Landwirtschaftsbetriebes den Osterfeuerberg am Sonnabend anhäufte. Dabei zerfuhr er sich einen Reifen, weil einige Bürger Unrat wie Paletten und Abrissholz mit Nägeln verbotener Weise abgeladen hatten.

Bei den Feuerwehrkameraden in Felgeleben begann das Osterfest am Sonnabend gemächlich. Das hatte vor allem mit dem Wetter zu tun. Eigentlich sollte die Hüpfburg in der Schulstraße schon um 15 Uhr aufgeblasen sein. Doch Petrus machte den Kameraden und spielen wollenden Kindern einen Strich durch die Rechnung. Zumindest die beiden Fahrzeuge holten die Feuerwehrleute aus dem Depot, sodass die kleinsten Besucher sich diese anschauen und mal hinter dem großen Lenkrad Platz nehmen konnten.

Am Abend kamen mehr Besucher

Am Abend versammelten sich dann doch noch mehr Einwohner vor dem Feuerwehrgerätehaus. Von dort meldete nach Einbruch der Dunkelheit Stadteilwehrleiter Daniel Schürmann: „Felgeleber Feuer brennt!“

Gute Stimmung herrschte zur gleichen Zeit im entgegengesetzten Stadtteil Schönebecks. In Frohse luden Feuerwehr und Bürgergilde gleichermaßen zu ihrem traditionellen Osterfeuer ein. Interessant zu beobachten war, dass trotz des kühlen Windes, der aufgeweichten Wiesen und der unschönen Temperaturen teilweise sehr auf Etikette geachtet wurde. So stolzierten einige Damen mit Stöckelschuhen durch den Matsch oder mit schneeweißen Turnschuhen. Gummistiefel wären wohl passender gewesen.

Kurz vor 19 Uhr endete ein kleiner Fackelumzug mit Kindern am Osterfeuer. Die Jüngsten entzünden den Holzhaufen, der wegen der Feuchtigkeit erst viel Qualm freisetzte, später aber wie gewünscht in Flammen aufging.