Schönebeck l Was haben der ZT 300, RS 09 und Häcksler gemeinsam? Ganz einfach: Sie wurden einst in Schönebeck produziert. Für diese technischen Finessen war die Elbestadt einst bekannt. Am vergangenen Sonnabend haben Besucher des Industriemuseums an der Thälmann-Straße diesen Stolz von Schönebeck auf einem Fleck sehen, bestaunen, anfassen und riechen können. Denn die Ehrenamtlichen des Vereins „imuset“, der seit 2009 an dem Museum arbeitet, haben am Sonnabend zu ihrem dritten Traktorentreffen eingeladen.

„Wir haben rund 500 Gäste gezählt“, sagt Georg Plenikowski, Präsident des Vereins, mit einem zufriedenen Lächeln. Gelohnt hat sich der Besuch allemal. Denn aus der Nähe konnten rund 40 Traktoren der unterschiedlichsten Couleur betrachtet werden. „Bis auf den Einachsschlepper haben wir heute alles da, was damals in Schönebeck hergestellt wurde“, sagt Georg Plenikowski stolz. Diese Traktoren haben zwar schon einige Jahre auf dem Buckel, fahrtüchtig sind sie trotzdem. Das bewies die gemeinsame Ausfahrt der Teilnehmer. Durch die Stadt, eindrucksvoll über den Marktplatz hin zum Standort des ehemaligen Traktorenwerkes II an der Barbyer Straße. Dort gab Vereinsmitglied Rainer Ulbrich den Interessenten einen kleinen geschichtlichen Abriss. „Das Werk befand sich hier auf dem ehemaligen Junkersgelände“, sagt Rainer Ulbrich. Produziert wurden hier ab 1958 der RS 09, ZT 300 und Häcksler.

Der Häcksler im Übrigen war der Renner des Schönebecker Traktorenwerkes - an die 9000 Stück wurden jährlich hergestellt. Das berichtet Wolfgang Meyer. Der ehemalige Kundendienstingenieur hat in einer kleinen Gesprächsrunde während des Traktorentreffens von seiner Arbeit berichtet. Gemeinsam mit Dr. Manfred Schulz, der als Haupttechnologe im Traktorenwerk tätig war, gehörte er zu den „alten Hasen“, die den Besuchern Rede und Antwort standen. „Mit dieser Gesprächsrunde zum Fachsimpeln und der Ausfahrt haben wir zwei Wünsche erfüllt, die uns Besucher bei den ersten beiden Traktorentreffen geäußert hatten“, sagt Georg Plenikowski.

Bilder

Wie heißt es immer: Aller guten Dinge sind drei. Und so konnten die Vereinsmitglieder am Sonnabend (und am Sonntag zum Tag des offenen Denkmals) noch mit einer weiteren Neuigkeit aufwarten. Denn die Stadt Schönebeck hat dem Museum die Originalfiguren des Marktbrunnens als Leihgabe überlassen. Erstmals konnten sie am Wochenende aus der Nähe betrachtet werden. Das Besondere: An den vier Figuren - Schmied, Schiffer, Bergmann und die Elbe als „schönes Weib von reifen Formen“ - befindet sich noch die Modellierpaste, die für die Rekonstruktion des 2015 eingeweihten restaurierten Brunnens genutzt wurde.