Schönebeck l Für Christa Neudert war es ein ruhiger Sommer. Und zwar nicht im positiven Sinne. „Ich vermisse das Lachen der Kinder und die fröhlichen Stimmen, die ich sonst immer gehört habe“, sagt die Volksstimme-Leserin, die in unmittelbarer Nähe des Freibades wohnt. Dass das Freibad in diesem Jahr geschlossen geblieben ist, macht sie sehr traurig. Sie sagt: „Das ist doch Schwachsinn, was da passiert.“ Sie sei sogar dazu bereit, für die Sanierung zu spenden.

Mit einer nicht repräsentativen Umfrage, bei der Leser telefonisch (TED) und online abstimmen konnten, hat die Volksstimme ein Meinungsbild erstellt. Christa Neudert ist eine von 518 Anrufern (95,4 Prozent), die bei der TED-Umfrage für den Erhalt und Weiterbetrieb des Schönebecker Freibades gestimmt hat. Insgesamt gab es 543 Anrufer, zwölf (2,2 Prozent) waren gegen den Erhalt, 13 (2,4 Prozent) können mit beiden Lösungen leben. Im Artikel wurden 897 Stimmen gezählt. Hier stimmten 813 (90,65 Prozent) für den Erhalt des Freibades, 56 (6,24 Prozent) dagegen, 28 Teilnehmern (3,12 Prozent) ist es egal.

Ehrenamt gefragt

Auch Renate Blasczyk gehört zu der Mehrheit, die für den Erhalt gestimmt hat. Und auch sie würde sich auf ehrenamtliches Basis einbringen, um das Freibad zu retten. Sie sagt: „Ich würde mich auch dazu bereiterklären, an der Kasse abzukassieren.“ Warum sie so einen Einsatz zeigen würde? „Das Bad gehört zum Gemeinwohl und ist wichtig für die Kinder unserer Stadt“, sagt sie.

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Nicht nur für die Kinder und Familien, sondern auch für Ältere, findet Renate Borchert das Freibad sehr wichtig. „Für uns war es immer sehr günstig“, sagt die Schönebeckerin, die ebenfalls in Freibad-Nähe wohnt. In Schönebeck gebe es zwar auch das Solequell, das sei jedoch sehr teuer.

Noch weiter dreht Manuela Riesland den Gedanken. Sie sagt: „Die Stadt kann sich den Kostenfaktor Solequell gar nicht leisten.“ Ihr Vorschlag: „Das Solequell soll sich privatisieren, damit die Stadt wieder genug Geld hat, um Angebote für Kinder zu schaffen.“ Angebote wie das Freibad. Die Leserin, die ein Enkelkind hat, sagt dazu: „Die Alternative kann nicht der Waldsee Plötzky sein.“

An anderer Stelle sparen

Das sieht auch Christa Hankel so. Auch sie hat Enkelkinder. „Mein Sohn ist fast täglich mit ihnen nach Barby zum Schwimmen gefahren“, sagt sie. Das sei auch mit höheren Kosten verbunden. Sie findet: „Die Stadt soll an anderen Kosten sparen, aber bitte nicht am Freibad.“ Christine Mesecke sagt dazu: „Es ist eine Katastrophe, dass das Freibad in diesem Jahr geschlossen geblieben ist.“

Emotionale Erinnerungen weckt das Bad bei Christine Kuha aus Schönebeck. Sie habe damals im Schönebecker Freibad das Schwimmen gelernt. Sie blickt auf das Freibad in Altenweddingen, wo ein Förderverein mit 50 aktiven Mitgliedern bei der Öffnung und beim Erhalt des Freibades aktiv mitwirkt.

Auch Achim Goertz habe schon unzählige Male im Freibad gebadet. Er findet: „Ich bin empört darüber, dass das Freibad im diesem Jahr geschlossen geblieben ist.“

Kritik am neuen Kombibad

Für den Erhalt des Freibades haben auch Renate und Klaus Wolter aus Schönebeck gestimmt. „Aber wir machen uns auch Gedanken um die Zukunft des Schwimmbades“, meint Renate Wolter am Lesertelefon. Sie kritisiert den favorisierten Standort des geplanten Kombi-Bades am Busbahnhof. „Das ist doch mitten in der Stadt und nicht an der richtigen Stelle“, sagt sie. Außerdem befürchtet sie, dass für den Bau viele Bäume gefällt werden müssten.

Einen Vorschlag in Richtung Kombibad hat Ingrid Scharsig aus Großmühlingen. „Warum kann man nicht zum Freibad auch ein Schwimmbad bauen?“, fragt sie. Der Platz sei da, findet sie. Und dann würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, so ihre Ansicht.

Zum geplanten Kombibad sagt Viola Sambill aus Schönebeck: „Ich fände es besser, wenn die Stadt zunächst alles saniert, was geht.“ Und auch Tilo Geistlinger sagt – obwohl er persönlich nicht so oft hingehe: „Das Freibad ist einfach eine Aufwertung für die Stadt.“

Schönebeck hat Potenzial

„Die Abstimmung ist eine sehr gute Idee“, findet Lisette Zanke. Sie ist unbedingt für den Erhalt des Freibades. Sie sagt: „Was einmal abgeschafft ist, kommt nicht wieder.“ Und das fände sie besonders schade. Denn, so sagt sie: „Schönebeck ist eigentlich eine echt schöne Stadt mit viel Potenzial.“ Irene Schorn aus Schönebeck fügt dem hinzu: „In diesem Jahr hätte die Stadt so viel mit dem Freibad einnehmen können.“ Heiko Goertz findet, dass das Freibad für einen längeren Zeitraum geöffnet bleiben müsste – von Mai bis Oktober.

Weitere Meinungen folgen in einer der kommenden Ausgaben. Bei der Verlosung hat Christa Neudert gewonnen. Sie kann sich ein kleines Präsent in der Redaktion abholen.