Ostelbien l Seit knapp einer Woche wird an der B 246a in Höhe der alten Fähre sowie zwischen Plötzky und Gommern der Asphalt erneuert, inklusive Vollsperrung. Schwere Laster und noch mehr Autoverkehr müssen auf den schmalen Straßen über Elbenau, Plötzky, Pretzien und Dannigkow in Richtung Gommern beziehungsweise Schönebeck fahren.

Ein weiterer, nicht offizieller Weg führt über den Ortsteil Ranies. Diesbezüglich hat der Stadtrat Wolfgang Schröder bereits vor einer Woche seine Sorgen vor allem im Hinblick auf die Gefährdung von Kindern geäußert. Stefan Hörold, Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, und Schönebecks Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz verweisen auf Nachfrage an Polizei sowie Ordnungsamt.

Die Polizeibeamten wissen um die Beschwerden, wie Sprecher Marco Kopitz vom Revier in Bernburg auf Nachfrage mitteilt. Erste Maßnahmen wurden bereits getroffen. Wie Kopitz erklärt, sei am Dienstag zwischen 6.20 und 6.45 Uhr in Ranies von Regionalbereichsbeamten eine Kontrolle mit Messgeräten durchgeführt worden. Des Weiteren habe unter anderem auch in Grünewalde eine Kontrolle stattgefunden. Das Ergebnis: keine Verstöße. Aber auch in anderen Ortsteilen sollen noch Kontrollen erfolgen, stellt Kopitz in Aussicht.

Verägert

Die Plötzkyerin Heike Kirst zeigt sich verärgert über das hohe Verkehrsaufkommen im Ort. Einige Autofahrer würden versuchen, auf die kleinen Nebenstraßen ausweichen, berichtet sie. Die Plötzkyerin weiß, dass die Möglichkeiten einer Umleitungsstrecke begrenzt sind, „aber warum wird an beiden Bereichen gleichzeitig gebaut“, fragt sie.

„Die Umleitung wird im Vorfeld mit der Polizei, der Verkehrsbehörde und den Straßenbaulastträgern abgestimmt. Wichtig ist dabei, dass die Strecken in der Lage sein müssen, den Verkehr aufzunehmen“, erklärt Stefan Hörold.

Überschaubare Zeit

Umleitungen für Bundesstraßen würden somit im Regelfall über Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen führen. Es werde dabei versucht, die Umleitungen so kurz wie möglich zu halten, aber die Verärgerung sei nachvollziehbar, räumt er ein. Aber da die Baumaßnahmen „nur“ fünf Wochen betragen, bestünde der Mehrverkehr auf der Umleitungsstrecke im überschaubaren Zeitraum, erklärt der Regionalbereichsleiter.

Heike Kirst treibt auch die Sorge um, dass die Straßen in Plötzky Schaden davontragen. „Das ist doch Fakt“, so die Anwohnerin. Hörold gibt an dieser Stelle aber Entwarnung: „Die baulichen Voraussetzungen werden immer im Vorfeld geprüft und auch eine Vereinbarung mit dem Baulastträger der Straße geschlossen“, berichtet er. Die Bauarbeiten sollen am 15. Dezember beendet sein.

Ampel aufgestellt

Kurt Bartels aus Pretzien äußerte in der vergangenen Woche gegenüber der Volksstimme die Frage, ob es denn nicht möglich ist, in Höhe der Arztpraxis und der Einkaufsmöglichkeit im Dorf vorübergehend eine Fußgängerampel zu installieren. So könnten vor allem ältere Bürger sicher über die Straße kommen. Gereon Schelhas, Fachdienstleiter Ordnung und Straßenverkehr des Salzlandkreises, antwortete darauf wie folgt:

„Aufgrund von Beschwerden der Anwohner in Folge des erhöhten Verkehrsaufkommens in der Ortslage Pretzien wird nach entsprechender Anhörung in der August-Bebel-Straße auf Höhe der Einkaufsmöglichkeit mit Datum vom 21. November eine Bedarf-Fußgänger-Lichtzeichenanlage aufgestellt.“ Sie gelte für den Zeitraum der Vollsperrung der B 246a zwischen Alte Fähre und Gommern und der damit verbundenen Umleitungsstrecke. „Diese Ampel müsste“, so Schelhas gestern, „bereits jetzt schon stehen.“

Der Salzlandkreis könne jedoch eine Geschwindigkeitsmessung nicht durchführen, da die entsprechende Ausrüstung nicht vorhanden ist. Dennoch sei ein Amtshilfegesuch an die Polizeibehörde ergangen, um die entsprechenden Geschwindigkeitskontrollen durchführen zu können.