Pretzien l Eine Umleitung über Ostelbien aufgrund der im Sommer geplante Bauarbeiten an der Autobahn 2 könnte auch starke Auswirkungen auf den Ortsteil Pretzien haben. „Wir sehen doch, dass immer mehr Lkw durch unseren Ort fahren, wenn es auf der Autobahn einen Unfall gibt“, sagte Pretziens Ortsbürgermeister Frithjof Meussling (CDU).

Zwar führt eine mögliche und derzeit diskutierte Behelfsumleitung über die B246a eigentlich durch Plötzky und damit an Pretzien vorbei. Aber: „In Gommern sind einige Straßen so eng und haben so schmale Kurven, dass viele Lkw diese Route meiden“, sagte Ortsbürgermeister Frithjof Meussling. Stattdessen würden so manchen Lastwagenfahrer lieber einen Umweg über Plötzky in Kauf nehmen. Das kommt in dem Schönebecker Ortsteil allerdings nicht besonders gut an.

Autobahn 2 wird sechs Monate gesperrt

„Es wäre ein Riesenproblem, wenn Pretzien über Monate ein Nadelöhr für Lkw wird“, sagte Ortsbürgermeister Meussling. Und so könnte neben Plötzky und Gommern eben auch Pretzien von der Umleitung des Straßenverkehrs betroffen sein, wenn die Autobahn 2 nördlich von Magdeburg über ein halbes Jahr lang gesperrt wäre. Meussling könne zwar verstehen, dass der Magdeburger Oberbürgermeister Lutz Trümer (SPD) die Umleitung nicht in seiner Stadt haben wolle. „Wir wollen sie aber auch nicht“, sagte Meussling.

A2-Umleitung über Ostelbien

Zum einen stehe zu befürchten, dass die Lastwagen an einigen schmalen Straßen in Pretzien auf Bürgersteige geraten und Passanten und Gebäude gefährden könnten. Gerade im Naherholungsgebiet könnten die Straßen beschädigt werden. „Und wer bezahlt uns neue Straßen, wenn die alten von den Lastwagen kaputt gemacht werden?“

Ortsbürgermeister Meussling befürchtet, dass die Uferböschung am Tiefen See nicht fest genug sein könnte. „Wenn dort ständig Lastwagen vorbei fahren, stürzt eventuell sogar das Ufer in den See, so wie in Nachterstedt“, sagte Meussling. Und auch für Fahrradtouristen im Naherholungsgebiet könnte es gefährlich werden, wenn sie ständig von Lkw überholt würden. „Bei der Vorstellung kriegt man es mit der Angst zu tun.“

Eine endgültige Entscheidung über den Verlauf der Umleitung wurde allerdings noch nicht gefällt. Das Verkehrsministerium hat jedoch darauf hingewiesen, dass es für das aus Magdeburg geforderte Abfahrtverbot keine rechtliche Grundlage gibt. Die Landesstraßenbaubehörde soll nun mögliche alternative Routen für eine Umleitung prüfen. Und zwar kurzfristig für die Bauarbeiten auf der A2 als auch langfristig für zukünftige Anlässe. Sowohl die Bundesstraße 1 als auch die B246a wären dabei denkbare Optionen.

Die Autobahn 2 wird bei Magdeburg zwischen Juni und November wegen Bauarbeiten in Richtung Hannover auf einer Länge von zwölf Kilometern halbseitig gesperrt. Neben der Sanierung der Fahrbahn sind Arbeiten an der Elbebrücke Hohenwarthe geplant. Die Anschlussstelle Magdeburg-Kannenstieg in Richtung Hannover bleibt in der Zeit geschlossen. Im Laufe des Sommers soll auch die Abfahrt Magdeburg-Zentrum für vier Wochen gesperrt werden.