Calbe l Im Schritttempo fährt der Bergungsdienst mit dem verunglückten Schwerlasttransporter im Schlepptau über die Autobahn 14. Zum rückwärtigen Verkehr durch ein Polizeifahrzeug abgesichtert, bewegt sich das Gespann Meter für Meter in Richtung Rastplatz. Gegen 11.30 Uhr erreicht es den Rastplatz Dreihöhenberg, zwischen der Autobahnabfahrt Calbe und Schönebeck.

Mehr als zehn Stunden sind zu diesem Zeitpunkt seit dem Unfall, der sich gegen 1 Uhr in der Nacht vom 11. zum 12. März ereignete, vergangen und der Abtransport des Schwerlasttransporters noch nicht abgeschlossen. Wegen eines Reifenschadens und in der Absicht, die Autobahn an der nächsten Anschlussstelle zu verlassen, hat der Fahrer des Schwerlasttransporters den Standstreifen befahren, teilt eine Sprecherin des Polizeireviers „Börde“ mit. Den Schwerlasttransporter, welcher circa 500 Meter vor der Anschlussstelle Calbe steht, erkennt der 56-jährige Leipziger und Fahrer eines Sattelschleppers zu spät und fährt mit seinem Sattelzug auf den Schwerlaster auf. Er streift dessen linke Fahrzeugseite, sein Sattelzug gerät ins Schleudern und kommt quer zur Fahrtrichtung auf der Fahrbahn zum Stehen. Der Sattelzug geht sofort in Flammen auf.

Bei Eintreffen der Autobahnpolizei und der freiwilligen Feuerwehren des Umlandes brennt der unbeladene Sattelzug bereits in voller Ausdehnung. Um etwa 2.30 Uhr wird auch direkt der Bergungsdienst informiert, der kurze Zeit später am Unfallort eintrifft.

69 Feuerwehrmänner bei Unfall im Einsatz

69 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Staßfurt, Brumby, Neugattersleben, Nienburg sowie „Südliche Börde“ sind im Einsatz, um das brennende Fahrzeug zu löschen. Allein aus Staßfurt wurden 50 Kameraden hinzugezogen. Christian Brinse, stellvertretender Stadtwehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Staßfurt erklärt: "Die Schwierigkeit bei der Löschung bestand darin, dass auf der Autobahn kaum eine Wasserversorgung vorhanden ist". Mehrmals müssen die Kameraden mit den Löschfahrzeugen am Autohof Brumby Wasser holen. Außerdem dauere das Löschen von Gummiteilen, wie Reifen, und im Motorbereich besonders lange, so Brinse weiter. Vier Stunden sind die Kameraden mit den Löscharbeiten beschäftigt.

Um den ausgelaufenen Treibstoff zu beseitigen, der durch den beschädigten Tank des Sattelschleppers auf die Fahrbahn gelangt ist, wird zusätzlich ein Havariedienst hinzugezogen. Dieser säubert die Fahrbahn mithilfe von Hochdruckreinigern.

Sachschaden von 180.000 Euro entstanden

Durch den Unfall ist an beiden Fahrzeugen ein Sachschaden von insgesamt etwa 180.000 Euro entstanden. Der Fahrer des Sattelschleppers verletzt sich bei diesem Zusammenstoß leicht am Bein und muss im Krankenhaus ambulant behandelt werden, teilt die Polizei mit. Warum der Fahrer auf den stehenden Sattelschlepper auffuhr, ist zum Zeitpunkt der Bergung noch nicht geklärt.

Die Autobahnmeisterei Plötzkau hat die Autobahn 14 an der Anschlussstelle Staßfurt gesperrt und den nachfolgenden Verkehr abgeleitet. Kurz nach 12 Uhr mittags, nachdem beide Fahrzeuge von der Autobahn entfernt wurden, gibt die Polizei die Strecke schließlich wieder frei.