Barby l Glücklicherweise sind die Schmierer oft so unterbelichtet, dass sie eine Spur zu sich selber legen. Die jüngsten Verunzierungen haben zum Kern „AK 16“. „Das heißt Abschlussklasse 2016“, weiß Andy „Woody“ Weber. Dankenswerterweise hinterließ auch ein gewisser „Justin“ seinen Namenszug. Damit lässt sich der Täterkreis deutlich einschränken, unterstreicht Weber.

Er hatte zusammen mit seinem Bekannten Enrico Langer Mitte August das „Prinzeßchen“ bereits von Schmierereien befreit. „Wir haben die Graffitis nicht einfach mal so überstrichen“, erinnert sich der 47-Jährige. Es musste der historische Farbton von der Denkmalspflege bestätigt und dann die Genehmigung eingeholt werden. Dass der Besitzer des Mauertürmchens, die Stadt Barby, ihre Genehmigung erteilte, war zwar reine Formsache, aber dennoch mit Aufwand verbunden. Zudem zerschlugen die offenbar jugendlichen Täter ein Fenster und rissen den Blitzableiter ab. Den hatte vor wenigen Monaten ein Dachdecker auf eigene Kosten erneuert.

Kein Respekt, keine Werte?

„Die haben vor nichts mehr Respekt und keine Wertevorstellungen“, grollt Woody Weber, der selbst als Kunstlehrer an der Sekundarschule arbeitete. Auf Facebook kündigt er sarkastisch an: „Jedoch können wir einen Gruß an die Künstler und deren Erziehungsberechtigte senden, denn schon in Bälde setzen wir uns gerne mit ihnen in Verbindung, um weiteres Vorgehen ..., auf deren Kosten, Arbeitseinsatz mit Eltern und Kind, zur Beseitigung des Kunstwerks, sowie der Kostenübernahme zu besprechen!“ Dies alles werde in Kürze mit „Arbeitsaufnahmen von deren Kinder im Digitalbereich - (Photos) - gerne privat untermauert“. Soll heißen: Die Eltern der Verursacher - so sie noch keine 18 Jahre alt sind - werden zur Kasse gebeten. Man darf gespannt sein.

Bilder

Enrico Langer und Woody Weber entfernten die Schmierereien am Mittwoch erneut.