Biere l Fassungslos schauen sich Gemeindebürgermeister Bernd Nimmich (SPD) und der Ortsbürgermeister von Biere, Peter Buchwald (CDU), an. Erneut gibt es im Bierer Park Vandalismusschäden. Die dort angebrachten Stromkästen wurden Opfer blinder Zerstörungswut.

„In der Vergangenheit mussten Mitarbeiter der Gemeinde Bördeland schon öfters hier vorbeischauen. Mal wurden die Sitzbänke auf die Straße, oder ins Gebüsch gestellt. Mal sind die Müllbehälter einfach kaputt getreten worden“, erklärt Ortsbürgermeister Buchwald. Gemeindebürgermeister Nimmich ergänzt: „Einige Mitbürger können allen Anschein nach nicht eine Wiese von einem Mülleiner unterscheiden. Wenn dann noch Vandalismus dazukommt, wird man richtig wütend“. Am Dienstagmorgen berichteten Einwohner, die durch den Park gingen, der Gemeinde von den „umgefallenen“ Stromkästen. Ein Elektriker wurde schnellstmöglich kontaktiert. Die betroffenen Stellen wurden abgesperrt.

Was die Vandalen nicht wussten, die Verteilerkästen waren zu dem Zeitpunkt nicht an. Der Stromfluss war abgeschaltet. „Durch die Kästen läuft normalerweise Starkstrom. Wenn man diese einfach umreißt, kann das tödlich enden“, erklärt Buchwald.

Lösung für Osterfeuer

„Die Stromkästen sind dringend erforderlich für die vielen Festaktivitäten hier auf dem Platz“, erklärt Nimmich. Das kurz bevorstehende Osterfeuerfest, auf dem einige Schausteller ihre Buden mit Strom versorgen müssen, ist allerdings nicht in Gefahr. „Wir haben bis zum Osterfeuer eine Lösung“, gibt Nimmich Entwarnung.

Dennoch ist ungewiss, wie mit der Situation in Zukunft umgegangen werden soll.

„Die Stromkästen waren schon einige Male Opfer der Zerstörungswut. Früher wurden aber eher die Türen aufgehebelt und nicht der ganze Kasten umgeworfen“, ärgert sich der Gemeindebürgermeister. „Das war keine Aktion von jetzt auf gleich. Die Leute haben sich dem vorgefundenen Müll nach vorher Mut angetrunken und danach mit Hölzern den Kasten und das Innere zerstört. Diese sind normalerweise fest verschraubt und verankert“.

Gemeinde muss zahlen

Der Gesamtschaden für die Gemeinde geht wohl nach ersten Schätzungen bis in den mittleren fünfstelligen Euro-Bereich. Da die Versicherung keinen Vandalismusschaden abdeckt, muss nun der Gemeindehaushalt herhalten. „Dieses Geld hätten wir natürlich lieber in andere Projekte gesteckt. Aber die Stromversorgung vor Ort ist immens wichtig für Veranstaltungen wie das Osterfeuer an diesem Wochenende“, berichtet Nimmich.

Die Mülleimer wurden vor einiger Zeit schon tretsicher verankert. Außerdem sind sie nun aus schwerem Stahl. Auch die Bänke sind mit dem Boden verbunden.

Für die Stromkästen gibt es auf die Schnelle jedoch keine Lösung. „Es gibt zwar die Möglichkeit, die Stromkästen unterirdisch anzubringen, das wird aber um einiges kostspieliger“, so Nimmich weiter.

Spielregeln einhalten

Buchwald und Nimmich freuen sich beide über die rege Benutzung des hergerichteten Parks. Trotzdem sind gewisse „Spielregeln“ zwingend erforderlich. „Generell darf jeder gerne den Park nutzen. Ob Sonnenbaden, oder einfach ein bisschen schwatzen. Aber seinen Müll auf die Wiese zu schmeißen ist nicht in Ordnung. Und dann noch die Parkausstattung zu zerstören, ist eine Schande“, so Buchwald.

„Jeder, der so etwas beobachtet, sollte überlegen einzugreifen“, erklärt Nimmich. „Auch das Ordnungsamt ist da der passende Ansprechpartner. Nur weil einige wenige sich nicht benehmen können, darf die Allgemeinheit nicht leiden“.