Barby l Die Einheitsgemeinde unterliegt strengen Haushaltskonsolidierungsvorgaben. Die sogenannten freiwilligen Aufgaben, zu denen Bereiche wie Kultur und Sport zählen, erlauben nur zwei Prozent des Gesamthaushalts. Damit ist es seit einigen Jahren Usus, dass die Stadt Barby keine Volksfeste mehr finanzieren kann. Deswegen ist sie auf das Engagement von Vereinen oder Initiativ-Gruppen angewiesen.

Als das Brückenfest 2014 aus der Taufe gehoben wurde, sollte die Öffentlichkeit wegen des drohenden Abrisses des technischen Denkmals sensibilisiert werden. Doch jetzt scheint die Kuh erstmal vom Eis zu sein. „Zu keinem Zeitpunkt habe die Absicht bestanden, die Elbbrücke abzureißen“, zitierte Barbys damaliger Bürgermeister Jens Strube im vergangenen Jahr den Sire-Geschäftsführer Stefan Lorenz nach einem Gespräch in Leipzig. Der neue Besitzer habe „die Aufregung nicht verstanden, die in Barby in den vergangenen Jahren nach Bekanntwerden des Eigentümerwechsels herrschte“, hieß es im April 2016 in der Volksstimme. Damals bat Stefan Lorenz sogar um eine Einladung zum nächsten Brückenfest, die erfolgte und die er auch annahm.

Grafschaft Barby

Das Häuflein der „AG Brücke“, wie sich die Damen und Herren rationell verknappend nennen, hat mit der Vorbereitung, Organisation und Durchführung der Sommer-Veranstaltung gut zu tun. Wer derartige Veranstaltungen schon einmal gemacht oder mitorganisiert hat, der dürfte wissen, wovon hier die Rede ist. Einige Mitglieder sind gleichsam im Barbyer Tourismusverein „Grafschaft Barby“ verankert.

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Da die Arbeitsgruppe (AG) kein Verein, sondern salopp gesagt, ein loser Haufen Gleichgesinnter ist, zeigte AG-Vorsitzender Klaus Bittrich auf der jüngsten Sitzung zwei Möglichkeiten der Zukunftsgestaltung auf: die Bildung eines „Fördervereins Brücke“ oder der Fortbestand als Arbeitsgruppe unter dem Dach des Heimatvereins. Bei letzterer Variante müssten die AG-Mitstreiter Mitglieder des Heimatvereins werden.

(Zur Erklärung: Nach der „Umfirmierung“ wird das bisherige „Tourismusprojekt Grafschaft Barby“ „Heimatverein Grafschaft Barby“ heißen und den Status eines eingetragenen Vereins haben.)

Richtung Heimatverein

Die Tendenz der AG-Mitglieder geht in Richtung Heimatverein, die Entscheidung fällt voraussichtlich bei der nächsten Zusammenkunft im April.

Da sich die „Sire“ als Eigentümer der Elbbrücke 2016 klar positionierte, dass kein Abriss zu befürchten sei, stellt sich die Frage nach dem Sinn weiterer Aktivitäten einer Gruppe, die ursprünglich genau das erreichen wollte. Über die Organisation von Brückenfesten hinaus soll das historische Bauwerk dennoch nicht aus dem Fokus der Öffentlichkeit entlassen werden.

Zum Beispiel gibt es Überlegungen zum Erhalt und der Bewirtschaftung der Brückentürme.

Egal in welcher Form: Die Brücken-AG soll grundsätzlich bestehen bleiben. Darauf einigten sich die Mitglieder auf der jüngsten Sitzung.

Vorsitzender Klaus Bittrich übernimmt zunächst weiterhin die Leitung. Er kündigte aus Altersgründen an, den Vorsitz im kommenden Jahr abgeben zu wollen. Glücklicherweise signalisierten zwei Mitglieder, diese Funktion übernehmen zu wollen.