Schönebeck l Die Bürger, die sich für einen Radweg zwischen Barby und Pömmelte eingesetzt haben, haben bewiesen, dass sich Hartnäckigkeit lohnen kann. Doch im Altkreis Schönebeck sind noch zig Radweg-Projekte offen. Ein Überblick.

Schönebeck

Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) begrüßt vor allem auch die touristischen Auswirkungen, die der geplante Radweg Barby-Pömmelte haben wird. Knoblauch: „Schließlich können den auch Radtouristen benutzen, die in Richtung Schönebeck unterwegs sind.“

Auch in Schönebeck gibt es noch Bedarf an Radwegen. So gibt es zwar nutzbare Waldwege zwischen Grünewalde und Elbenau sowie Pretzien und Plötzky, letzterer wurde jedoch durch Sturmtief „Friederike“ erheblich geschädigt. Knoblauch findet: „Asphaltierte Radwege wären natürlich an beiden Strecken schön.“ Da es sich bei den Strecken allerdings um Kreisstraßen handelt, liegt es dementsprechend auch in der Hand des Landkreises als Baulastträger etwas zu tun. Knoblauch: „Derzeit ist hier nichts geplant, das würde sich auch nur im Rahmen eines grundhaften Straßenausbaus anbieten.“

Dennoch sei die Stadt regelmäßig mit dem Kreis im Gespräch. Bis dahin ist Knoblauch froh über die provisorische Lösung der Waldwege. Er findet: „Hauptsache, wir bekommen die Radfahrer von der Straße runter.“ Da jedoch immer wieder der Wunsch der Bürger nach einem asphaltierten Radweg – etwa bei Versammlungen oder persönlichen Gesprächen – durchklinge, setze er sich natürlich weiter ein. Außerdem sagt Knoblauch: „Sollten mal Förderprogramme da sein, würden wir es auch versuchen.“ Und was die Sturmschäden betrifft: die Forstarbeiten sollen bis Ende März abgeschlossen sein, informiert Stadtsprecher Matthias Zander auf Nachfrage.

Calbe

Mehrere Projekte hat Calbes Bürgermeister Sven Hause (parteilos) im Blick. Das größte Projekt ist derzeit definitiv der Radweg zwischen Hospitalstraße und Gewerbegebiet West (Richtung Brumby). Momentan auch ein Radweg, den die Stadt unbedingt errichten will. Hause: „Den fechten wir derzeit aus.“ Die Situation ist hier folgende: Da es sich um ein altes Bergbaugebiet handelt, darf die Trasse nicht wie ursprünglich geplant parallel zum Weg führen. Denn auch wenn Radfahrer kein enormes Gewicht mitbringen, hat ein Radweg sein Eigengewicht. Hause: „Unterirdisch würde dann die Gefahr bestehen, dass das Gelände absackt.“ Durch die Umplanung haben sich die Kosten vervierfacht. Erst waren 100.000 Euro eingeplant, jetzt wird das Projekt etwa 400.000 Euro kosten. Hause: „Wir haben jedoch eine Bundesförderung ausfindig gemacht, die hoffentlich einen sechsstelligen Betrag als Förderung übernehmen wird. Wird sind daran gehalten, das Gewerbegebiet dort mit Radweg zu versehen.“

Hause sei der Bau besonders wichtig, denn, so sagt er: „Grundsätzlich möchte ich erreichen, dass alle Gewerbegebiete der Stadt auch mit dem Fahrrad erreicht werden. Unter anderem um dem Arbeitnehmer die Möglichkeit zu geben, auch mit dem Fahrrad den Arbeitsplatz zu erreichen.“

Sven Hause blickt auch auf die Projekte zurück, die bereits erreicht wurden. Dazu gehören, so der Bürgermeister, wesentliche Abschnitte der Radwege entlang der Saale, die grundsaniert und mit Asphaltdecke versehen wurden. In den Folgejahren sollen weitere Abschnitte fortgeführt werden.

Der Ausbau der Radwege habe auch touristische Hintergründe, die Stadt sei auch ohne Bürgerinitiativen dahinter. Hause: „Uns muss niemand zum Jagen tragen. Wir haben die Dinge auf dem Schirm, suchen nach Möglichkeiten.“

Bördeland

„So massiv wie in Barby ist es bei uns nicht“, sagt Bördelands Bürgermeister Bernd Nimmich (SPD). Doch auch in der Gemeinde Bördeland gebe es noch Lücken an der Kreisstraße Großmühlingen-Eggersdorf. „Das ist dort teilweise sehr gefährlich“, so Nimmich. Vor allem, weil er auch von Schülern genutzt werde. So finde der Sportunterricht der Grundschule Großmühlingen und der Christliche Sekundarschule in Eggersdorf statt. Viele Schüler würden diesen Weg mit dem Fahrrad fahren. Einen weiteren „Brennpunkt“ sieht Nimmich auf der Landstraße aus Biere kommend in Richtung Schönebeck. „Vor allem, weil hier auch Touristen und Bürger aus Schönebeck und Biere im Sommer in zum Bierer Berg unterwegs sind“, so der Bürgermeister. Es gebe zwar landschaftliche Wege, „die gehen aber schon sehr weit ab“. Nimmich: „Das kann ganz schön gruselig werden.“ Da die Straßen jedoch dem Kreis beziehungsweise Land gehören, habe die Gemeinde kein Mitspracherecht. Nimmich klagt: „Wir werden in der Wegekonzeption zwar angehört, aber nicht erhört.“

Barby

Wunschlos glücklich – zumindest, was die Radwege angeht, sind derzeit die Barbyer. Bürgermeister Torsten Reinharz (parteilos) sagt: Wenn Barby-Pömmelte abgeschlossen ist, haben wir erstmal keine weiteren Wege im Visier.“