Groß Rosenburg l Wenn Trude Volk von ihrer Wolke auf das Rosenburger Weihnachtstreiben schaut, wird ihr sicherlich warm ums Herz. Denn sie hätte sich zu Lebzeiten wohl kaum träumen lassen, dass ihre Waffeln mal einen Eigennamen bekommen würden: „Oma Trudchens Waffeln“. Enkeltochter Ines Volk hatte zu Lebzeiten ihrer Oma gut zugehört (was ja nicht allen Kindern und Enkeln beschieden ist) und das Rezept aufgeschrieben. Seitdem gehören die süßen Waffeln zum Rosenburger Weihnachtsmarkt wie Tannenbaum und Bläsermusik. Über die Inhaltsstoffe möchte sich Ines nicht großartig auslassen; ein paar Geheimnisse müsse der Mensch schließlich haben.

Apropos, Tannenbaum: Der macht seinem Namen in diesem Jahr wirklich Ehre, weil es eine stattliche Nordmanntanne ist. Dieser Satz sei ausnahmsweise eingeschoben, da auf den meisten Weihnachtsmärkten Fichten aller Art als Tannen bezeichnet werden. Deswegen sei an den schlichten Merksatz erinnert: Fichte sticht, Tanne nicht! Und Nordmann ist soft. Doch das nur nebenbei.

Tanne aus einen Schrebergarten

Nun wird sich der aufmerksame Leser in Kenntnis klammer Kommunal-Haushalte verwundert fragen, ob in Rosenburg der Wohlstand ausgebrochen ist. Kostet eine gut und gerne 14 Jahre alte Nordmanntanne nicht ein paar hundert Euro?

Ortsbürgermeister Michael Pietschker winkt ab: Die sei in einem verwilderten Schrebergarten geschlagen worden, der schon Jahre „leer steht“. Er liegt in der Anlage „Zur Holzkirche“, von deren einstmals 60 Gärten gerade mal noch zehn bewirtschaftet werden. Also Tanne für lau, wie man heute gerne zu Gratis-Dingen sagt.

Bei der Mehrzweckhallen-Weihnacht haben auch Handelsstände Tradition. Zwei davon gehören Ricarda Alkewitz aus Görzig und ihrem Sohn Sascha. Hier gibt es lustige Sachen, wobei die Strickmützen am oberlustigsten sind. Ricarda, die ein Händchen für Accessoires hat, kreierte Mützen mit heiteren Figuren an der Spitze.

Überraschungspakete verkauft

Und hier gibt es auch kleine „Überraschungspakete“ für 2,50 Euro, die weg gehen, wie die warmen Semmeln der Bäckerei Schneider nebenan. Was drin ist? „Wenn ich das sagen würde, wäre es ja keine Überraschung mehr“, stellt Verkäufer Sascha klar. Recht hat er: So viel Heimlichkeit in der ... na, Sie wissen schon.