Geld

Wie viel Falschgeld ist im Salzlandkreis im Umlauf und wie erkennt man die Fälschungen?

Zwanzig- und Fünfzig-Euro-Scheine werden besonders häufig gefälscht. Doch auch Münzgeld wird von Fälschern nachgemacht. Wie viel Falschgeld taucht bei den Banken im Salzlandkreis auf?

Von Paul Schulz
Fünfzig- und Zwanzig-Euro-Scheine werden am häufigsten gefälscht. Das bestätigt auch die Salzlandsparkasse.
Fünfzig- und Zwanzig-Euro-Scheine werden am häufigsten gefälscht. Das bestätigt auch die Salzlandsparkasse. Foto: Andreas Arnold/dpa

Schönebeck/Staßfurt - Der am häufigsten gefälschte Geldschein im Land ist der Zwanzig-Euro-Schein. Laut den Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen-Anhalt machten die falschen Zwanziger im Jahr 2020 rund 32 Prozent der sichergestellten Blüten aus. Ebenfalls beliebt bei den Fälschern: Der Fünfzig-Euro-Schein (30 Prozent) und der Zehn-Euro-Schein (22 Prozent).

Das bestätigen zum Teil auch die Erfahrungen der Salzlandsparkasse. Sparkassensprecher Stefan König teilt mit: „Den Hauptanteil an gefälschten Banknoten bilden Fünfzig-Euro-Scheine. Weiterhin sind Zwanzig- und Hundert-Euro-Scheine bei Fälschern beliebt.“

30.000 Euro Falschgeld

Im Land Sachsen-Anhalt sind im Jahr 2020 insgesamt etwa 30.000 Euro Falschgeld entdeckt worden. Das sind 5000 Euro weniger als noch im Jahr 2019.

Bei den Sparkassen im Salzlandkreis wurden im vergangenen Jahr insgesamt 472 Euro Falschgeld registriert. Bei der Volksbank Magdeburg, die auch in Schönebeck und Calbe Filialen unterhält, sind gefälschte Scheine im Wert von 350 Euro sichergestellt worden. Dabei inbegriffen sind aber alle Filialen, nicht nur die im Salzlandkreis.

Im ersten Halbjahr 2021 wurde im von der Volksbank Magdeburg betreuten Gebiet bisher nur eine einzige gefälschte Banknote registriert, teilt Silke Forster, Gruppenleiterin Unternehmensservice, auf Anfrage mit. Dabei handelte es sich um einen unechten 20-Euro-Schein. Bei der Salzlandsparkasse sind im aktuellen Jahr bislang 130 Euro Falschgeld aufgetaucht.

Information an Polizei

Taucht Falschgeld in der Bank auf, so sei die Verfahrensweise eindeutig geregelt, sagt Stefan König. „Die Banknote wird einbehalten, und es erfolgt eine Information an die Polizei.“

Bei der Volksbank kontrolliert dabei in erster Instanz der Automat, in dem das Geld eingezahlt wird, ob es sich um richtige Banknoten oder Fälschungen handelt. Verdächtige Scheine landen direkt in einem separaten Fach des Automaten und werden zeitnah zur Bundesbank geschickt, wo die Noten von Fachleuten überprüft werden, so Silke Forster.

Um Falschgeld von echten Banknoten zu unterscheiden, sollte man die verschiedenen Sicherheitsmerkmale kennen und beachten. Diese können gesehen und erfühlt werden.

Der Fühl-Test

So enthalten Banknoten große Anteile an Baumwolle und sind deshalb griffig und fest. Sehr glatte und lappige Scheine können ein Anzeichen für Falschgeld sein. Zudem ist der Aufdruck an manchen Stellen etwas dicker – auch das lässt sich erfühlen.

Ein weiteres Sicherheitsmerkmal von Euro-Scheinen ist das Wasserzeichen. Es entsteht bei der Herstellung durch verschiedene Papierstärken und ist daher, beim Halten gegen das Licht oder Auflegen auf eine dunkele Unterlage durchsichtig. Es besteht aus einem schemenhaften Motiv und der durchleuchtenden Wertzahl. Bei einer falschen Banknote, sieht es in allen Haltungen gleich aus.

Hologramme auf Banknoten

Witerhin kann man den Geldschein kippen. Im Hologramm erscheint dann jeweils die Wertzahl und das Euro-Symbol beziehungsweise ein Fenster. Im Hintergrund erscheinen beim Kippen Regenbogenfarben. Beim „Falschen“ verändert sich das Zeichen nicht. Außerdem wechselt beim Kippen die Wertzahl auf der Rückseite der Banknote ihre Farbe. Bei gefäschten Scheinen bleibt die Farbe gleich.

Es werden übrigens nicht nur Geldscheine gefälscht. Auch vor dem Münzgeld machen die Fälscher nicht halt. Etwa 700 unechte Münzen sind laut dem LKA im vergangenen Jahr festgestellt worden. Dabei sind es natürlich vor allem die Zwei- und Ein-Euro-Münze sowie das 50-Cent-Stück, die nachgemacht werden. 2020 betrug die gefälschte Münzgeld-Summe rund 1300 Euro. Auch Stefan König teilt auf Anfrage mit: „Im Bereich der Münzen werden hauptsächlich Zwei-Euro und Ein-Euro-Münzen gefälscht.“

Wie man echte und gefälschte Münzen unterscheiden kann, ist auf der Website der Bundesbank nachzulesen. „Bei echten Münzen hebt sich das Münzbild klar abgegrenzt von der übrigen Münzoberfläche ab. Alle Konturen treten deutlich und scharf ausgeprägt aus dem Münzgrund heraus und sind klar zu erkennen“, heißt es dort. Im Gegensatz dazu wirke das Münzbild von Falschmünzen oftmals unscharf oder weich ausgeprägt. Außerdem sind echte Ein- und Zwei-Euro-Münzen in der Mitte leicht magnetisch.