Schönebeck/Staßfurt l Die Zahl der Wildunfälle im Salzlandkreis steigt immer weiter an. Verzeichnete das Polizeirevier Salzlandkreis von Januar bis September 2017 noch 805 Zusammenstöße mit Tieren, waren es im selben Zeitraum 2018 bereits 825. Die Zahlen des Polizeireviers Salzlandkreis fließen auch in den Unfallatlas der Statistischen Landesämter mit ein, der die Unfälle auf einer Karte im Internet graphisch darstellt und öffentlich eingesehen werden kann.

Dabei liegen die Zusammenstöße mit Wild immer noch auf Platz Nummer eins auf der Liste der häufigsten Unfallursache im Salzlandkreis. „Es gibt immer mehr Straßenverkehr und offenbar nicht unbedingt mehr Wild“, sagt Polizeihauptmeister Michael Harke vom Revier Salzlandkreis über die möglichen Gründe. Für das gesamte Jahr rechnet die Polizei wieder mit über 1000 Wildunfällen. Im gesamten Vorjahr waren es 1099. Dabei kam es zu 18 Unfällen mit Personenschaden, darunter 15 Leichtverletzte und fünf Schwerverletzte.

Wildbrücken

Geographisch verteilen sich die Zusammenstöße mit Tieren vor allem auf die Landstraßen im ganzen Salzlandkreis (siehe Grafik). Inzwischen experimentieren die Behörden mit verschiedenen Gegenmaßnahmen. „Mit Wildbrücken lassen sich viele Unfälle vermeiden, aber die sind relativ teuer“, sagt Polizeihauptmeister Michael Harke.

Bilder

Des weiteren gibt es spezielle Reflektoren, die an das Wild verscheuchen sollen und an den Leitpfosten befestigt werden. Auch akustische Wildwarner werden bereits ausprobiert. „Die Tiere gewöhnen sich allerdings an die Geräusche und lassen sich davon nicht mehr abschrecken“, sagt Polizeihauptmeister Michael Harke.

Unfallatlas

Besondere Unfallschwerpunkte bilden dem Unfallatlas zufolge auch Kreuzungen. In Schönebeck betrifft das vor allem die Kreuzung Magdeburger Straße/Welsleber Straße. Demnach gab es dort 2017 fünf Unfälle mit Personenschäden, Blechschäden nicht mitgerechnet. „Im Vorjahr waren es allerdings doppelt so viele Unfälle. Wir konnten das Problem mit Baustellenampeln zumindest verringern“, sagt Polizeihauptmeister Michael Harke. „Zum Glück konnten wir mit durchsetzen, dass dort demnächst ein Kreisverkehr errichtet wird, um die Situation zu entschärften.“

So hat die zuständige Landstraßenbaubehörde geplant, im kommenden Jahr mit den Bauarbeiten für einen Kreisverkehr zu beginnen. Die Kosten für den Kreisel mit einem Durchmesser von rund 30 Metern liegen bei etwa 840.000 Euro. „Der Bau von Kreisverkehren ist erst einmal verhältnismäßig teuer. Allerdings rentiert sich das auf absehbare Zeit, da sie im Gegensatz zu Ampeln keinen Strom verbrauchen und weniger gewartet werden müssen“, sagt Polizeihauptmeister Michael Harke.

Kreisverkehre

Insgesamt hätte die Polizei mit Kreisverkehren gute Erfahrungen gemacht. „Die Zahl der Auffahrunfälle erhöht sich zwar leicht. Dafür gibt es deutlich weniger Unfälle, bei denen die Vorfahrt missachtet wird. Und die sind deutlich gefährlicher“, sagt der Polizist. Ein gutes Beispiel sei Staßfurt, das frühzeitig viele Kreisverkehre errichtet hat und viel weniger Unfälle zu verzeichnen habe als andere Städte in der Region. Größter Unfallschwerpunkt in Staßfurt ist allerdings bis heute die Kreuzung Hohenerxlebener Straße/Salzrinne. „Dort gab es im vergangenen Jahr sieben Unfälle“, sagt Harke.

Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Zahl der Verkehrstoten und der Schwerverletzten im Salzlandkreis in diesem Jahr höher aus. Demnach gab es 2018 bisher bereits zehn Todesopfer, im Vergleich zu vier Verkehrstoten im Vorjahreszeitraum. Schwerverletzte waren es in diesem Jahr bereits 150, bis September 2017 136. Die Zahl der Leichtverletzten ist hingegen von 374 auf 366 leicht gesunken. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle ist im Vergleichszeitraum von 4002 auf 3805 gesunken.

Schwerpunkte

Überhöhte Geschwindigkeit rangiert bei den Unfallursachen nur auf den hinteren Plätzen. „Das würde man wohl anders vermuten“, sagt Polizeihauptmeister Michael Harke. So gingen in diesem Jahr bisher 105 Unfälle auf zu hohes Tempo zurück, im Vorjahreszeitraum waren es 95. Ein Freifahrtschein zum Gas geben sollte das dennoch nicht sein. Denn gerade bei schweren Unfällen ist häufig überhöhte Geschwindigkeit im Spiel.

Über das gesamte Jahr 2017 gab es im Salzlandkreis 5359 Verkehrsunfälle, 106 mehr als im Vorjahr. Bei 551 Unfällen gab es Verletzte. Mit dem Unfallatlas wollten die Statistischen Landesämter und die Polizei dazu beitragen, Unfallschwerpunkte zu identifizieren und zu entschärfen.