Schönebeck/Staßfurt l Schönebeck und der ganze Salzlandkreises sind weiter in eine Schneedecke gehüllt. Das bedeutet viel Arbeit für die Mitarbeiter des Schönebecker Bauhofs. So waren am Montag über den Tag verteilt alle Mitarbeiter und Fahrzeuge im Einsatz, sagt Bauhofleiter Dennis Eckert. Von 4 Uhr morgens bis etwa 17.30 Uhr waren sie damit beschäftigt, die Straßen vom Schnee zu befreien. „Alles zu Räumen, schaffen wir einfach nicht. Aber wir tun, was wir können“, zieht der Bauhofleiter Bilanz, der selbst mit auf Tour ist.

Erschwert wird die Arbeit durch den anhaltenden Schneefall und durch den Wind, der bereits beräumte Straßen teils wieder mit Schnee zuweht. Auch am Dienstag ist der Bauhof wieder ab um 4 Uhr auf den Straßen unterwegs.

Von Dächern Schnee geschoben

Doch nicht nur auf den Straßen Schönebecks wird Schnee geräumt – auch auf Dächern. So waren am Montagmorgen Mitarbeiter des Sachgebiets Kultur und Sport der Stadt Schönebeck damit beschäftigt, das Dach der Franz-Vollbring-Sporthalle mit Schippen von den Schneemassen zu befreien.

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Grund dafür: Die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion der Halle liegt bei 20 Zentimetern. Das hatte ein Prüfingenieur für Baustatik im Rahmen einer Instandsetzungsmaßnahme im Jahr 2004 berechnet, wie die Stadt mitteilt. Grundsätzlich ist es nämlich so, dass Flachdächer einsturzgefährdeter sind, weil sie viel mehr Last tragen müssen als beispielsweise Satteldächer, von denen ein Großteil der Schneemengen einfach wieder runterrutscht. Dabei spiele eine Vielzahl von Kriterien eine Rolle, wenn Aussagen über die Tragfähigkeit einer Dachkonstruktion gemacht werden sollen, informiert Stadtsprecher Frank Nahrstedt. Und auch das Dach der Volksschwimmhalle werde bei Bedarf vom Schnee befreit. „Weitere Dächer von Gebäuden in Trägerschaft der Stadt betrifft es nicht“, so Nahrstedt.

KVG fährt noch nicht

Weiterhin gibt es bei den öffentlichen Verkehrsmitteln – bei Bus und Bahn – noch arge Probleme. Die Busse der Kreisverkehrsgesellschaft des Salzlandkreises (KVG) stehen seit Sonntag still. Auch am Montag fuhr auf den Linien 111 bis 161 kein Bus. Dass am Dienstag eine Bus fährt, ist wohl auch eher unwahrscheinlich. So teilt Bill Bank, Leiter der Verkehrsplanung bei der KVG, mit: „Wir gehen davon aus, am Mittwoch, gegen 8 Uhr, die Verkehrssituation neu bewerten zu können und dann gegebenenfalls folgend den Linienverkehr wieder aufzubauen.“

Derzeit sei wegen der starken Schneefälle, verbunden mit Schneeverwehungen, keine Beförderungsleistung möglich, so Bank. Er betont aber auch: „Diese Festlegung erfolgt auch im Interesse der Sicherheit unserer Fahrgäste und unseres Fahrpersonals. So können wir zum Beispiel wegen nicht erfolgter Schneeberäumung keinen sicheren Fahrgastwechsel an unseren Haltestellen garantieren.“ Generell können sich Bürger und Fahrgäste aber telefonisch unter (0 34 71) 35 69 16 informieren, ob und wann wieder ein Bus fährt.

Ausfälle bei der Bahn

Auch Fahrgäste der Deutschen Bahn mussten gestern Ausfälle und Verspätungen hinnehmen. Das Unternehmen empfiehlt seinen Kunden: „Bitte überprüfen Sie Ihre Verbindung circa eine Stunde vor Abfahrt oder weichen Sie auf einen anderen Reisetag aus.“ Weiterhin wurde eine Sonderhotline eingerichtet. Unter der kostenlosen Servicenummer (0 800) 0 99 66 33 können sich Bahnnutzer informieren.

Weiterhin teilte das Schienenverkehrunternehmen Abellio Mitteldeutschland am Dienstag mit: „Infolge der Wettersituation bleibt der Zugverkehr weiterhin auf vielen Strecken eingestellt. Lediglich folgende Strecken sind derzeit befahrbar: Magdeburg Hbf – Haldensleben – Oebisfelde, Halle Hbf/ Leipzig Hbf – Naumburg Hbf – Weimar – Erfurt Hbf bzw. – Naumburg Hbf – Jena – Saalfeld.“ Zudem müsse auf diesen Strecken mit Verspätungen und Abweichungen vom Fahrplan gerechnet werden. Ein Ersatzverkehr mit Bussen ist witterungsbedingt nicht möglich.

Zu schnell gefahren

Infolge von Schnee und Glätte kam es auf den Straßen auch zu Unfällen. So registrierte die Autobahnpolizei der Polizeiinspektion Magdeburg am Sonntag bis 17 Uhr fünf Unfälle.

Wie die Polizei mitteilt, kam beispielsweise eine 30-jährige Fahrzeugführerin am Sonntagmorgen, gegen 9.50 Uhr, auf der Autobahn (A) 14 aufgrund von nicht angepasster Geschwindigkeit, zwischen den Anschlussstellen Schönebeck und Reform in Richtung Magdeburg, nach links von der Fahrbahn ab. An ihrem Fahrzeug und der Mittelschutzplanke entstand Sachschaden. Verletzt wurde jedoch niemand.

Kurze Zeit später verlor ein 47-jähriger Fahrzeugführer ebenfalls auf der A 14 die Kontrolle über sein Fahrzeug. „Auch er prallte wegen unangemessener Geschwindigkeit erst gegen die Mittelschutzplanke und kam dann in weiterer Folge auf dem Standstreifen zum Stehen. Es entstand Sachschaden am Fahrzeug und der Schutzplanke, verletzt wurde auch hier zum Glück niemand“, informierte Mario Karg, Polizeioberkommissar bei der Polizeiinspektion Magdeburg.

Geschwindigkeit angepasst

Jedoch hätten aufgrund der starken Schneefälle die meisten Fahrzeugführer ihre Fahrweise an die Witterungsverhältnisse angepasst, so Karg.

Auch abseits der Autobahn kam es zu dem einen oder anderen Unfall, informiert Marco Kopitz, Sprecher beim Polizeirevier Salzlandkreis. „Dabei handelt es sich aber in den meisten Fällen nur um Blechschäden“, so Kopitz. Und insgesamt betrachtet sei es auch zu keiner großen Häufung von Unfällen gekommen. „Viele haben sich natürlich festgefahren, auch unsere Kollegen mussten sich mitunter freischaufeln“, sagt Marco Kopitz.

Pannenhelfer im Einsatz

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) Niedersachsen/Sachsen-Anhalt teilt derweil mit, dass die Pannenhelfer allein am Sonntag rund 150-mal in Sachsen-Anhalt im Einsatz waren, um Starthilfe zu geben beziehungsweise um Autos aus Schneewehen oder Gräben zu ziehen. Und gestern wurden die Pannenhelfer schon in den Morgenstunden zu mehr als 135 Autofahrern gerufen, die Hilfe benötigten.

Post stellt nicht zu

 

Darüber hinaus wird natürlich auch die Arbeit der Postbosten und Paketzusteller durch die Witterung massiv erschwert. So habe die Deutsche Post DHL gestern im Salzlandkreis keine Briefe und Pakete zugestellt, teilt Tina Birke aus der Pressestelle in Berlin mit. „In vielen Fällen konnten auch die Versorgungsfahrten zu unserem Brief- bzw. Paketzentrum in Magdeburg bzw. Osterweddingen nicht durchgeführt werden. Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter hat in dieser Situation oberste Priorität. Wir bitten unsere Kunden um Verständnis“, so Birke.

Grundsätzlich sei Montag übrigens der Wochentag, an dem die wenigsten Sendungen in der Zustellung sind. Das trifft dann wohl aktuell umso mehr zu.