Stadtrat Torsten Pillat plädiert für ein Herrichten des verschlammten und großteils unbefestigten Gewässers / Ablehnung bei anderen Räten

Wird Salinekanal zu einem maritimen Zentrum entlang der Elbe?

Von Ulrich Meinhard

Schönebeck l Die Umgestaltung der Salineinsel war eines der Hauptthemen bei der jüngsten Sitzung des Finanz- und Rechnungsprüfungsausschusses. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob der Salinekanal entschlammt und sein Uferbereich umfänglich befestigt werden soll.

CDU-Fraktionschef Torsten Pillat plädierte in der Sitzung dafür. Ein ordentlich hergerichteter Kanal würde Ansiedlungen aus dem privaten Sektor ermöglichen betonte Pillat. Wenn jetzt, parallel zur ohnehin bereits laufenden Sanierung der Salineinsel, die Chance nicht genutzt werde, sei sie für die nächsten 15 bis 20 Jahre dahin. "Aber wir brauchen erst einmal einen Kostenrahmen, damit wir wissen, worüber wir sprechen", fügte er hinzu.

"Ich verstehe Ihre Argumentation", versicherte Finanzdezernentin Ursula Adler. "Aber dann müssten andere Maßnahmen im Investitionsplan weichen."

Pillat hält es durchaus für möglich, dass ein Privater die Aufgabe des Herrichtens übernimmt. Ein Unternehmer, der dann eventuell auch einen Yachthafen anlegen und betreiben würde. Ein Problem sei der Schlamm im Kanal, der aufgrund der Schadstoffbelastung der Elbe wohl als Sondermüll deklariert werde.

Schönebecks Wirtschaftsdörderer Egbert Tramp kann sich vorstellen, für diese Maßnahme Fördermittel einzuwerben. Die notwendigen Eigenmittel der Stadt könnte ein Privatunternehmen übernehmen. Das sei denkbar. Wenn der Plan Wirklichkeit werden soll, dann müsste er 2013 umgesetzt werden, ansonsten wären die Fördermittel weg. Interesse am Bereich Salineinsel/Cokturhof bestehe auf Seiten der Wirtschaft aber auf jeden Fall. Tramp sprach von Gesprächen, die bislang aber noch zu keinem handfesten Ergebnis geführt hätten.

Bei den anderen Stadträten stieß der Plan auf Zurückhaltung bis Ablehnung. "Die Schiffbarmachung des Kanals halte ich nicht für eine vordringliche Maßnahme. Der Kanal würde sowieso sehr schnell wieder verschlammen", meinte Stadtrat Arnold Krüger (UWG/Grüne).

Stadtrat Manfred Pöschke (Rettet die Altstadt) gab dem Plan eine Abfuhr. Stadtrat Frank Wedekind (SPD-Fraktion) schätzte ab: "Eine schöne Sache. Aber nicht unbedingt notwendig. Der Straßenbau in der Stadt ist sicher wichtiger."

"Solche Kontroversen führen wir in der Verwaltung auch", sagte Ursula Adler. Ihr Hinweis: Auch der Bauausschuss sollte sich das Thema Salinekanal zu eigen machen. "Und der Wirtschaftsausschuss auch", fügte Manfred Pöschke an. Auf diese Weise soll im Stadtrat eine einheitliche Linie erarbeitet werden. Ausschussvorsitzender Friedrich Harwig (Fraktion Linke) warf als Beispiel ein: "Die Entschlammung des Pretziener Steinhafens würde 600000 Euro kosten."