Schönebeck l Bereits zwei Stunden vor dem Konzert der „Wise Guys“ bildete sich eine lange Schlange vor der Schönebecker St.-Jakobi-Kirche. Die Konzertbesucher kamen nicht nur aus Schönebeck und Umgebung. Treue Fans der Band nahmen weite Wege auf sich und kamen beispielsweise aus Wolfsburg oder Hamburg. Mit etwa 600 Besuchern war die Kirche beinahe bis auf den letzten Platz besetzt.

Die fünf Musiker der Kölner A-Capella-Band, die sonst große Hallen füllen, kamen auf ihrer Kirchentour zu einem kleineren Konzert nach Schönebeck. Dän, Gründungsmitglied der „Wise Guys“ und Bariton-Sänger, erklärte den Konzertbesuchern: „Ganz ohne Verstärkung geht es in einem solchen großen Raum nicht. Wir verzichten aber so weit es geht auf Technik und nutzen eher den Nachhall der Kirche.“ Deshalb bat er die Besucher auch, auf Applaus während der Lieder zu verzichten: „Sonst muss unser Techniker die Verstärkung wieder hochdrehen, und der Raumklang der Kirche und die ganz besondere Atmosphäre gehen verloren.“ So kamen die Besucher in den Genuss eines Konzerts, bei dem auch die leisesten Nuancen der Stimmen hörbar blieben. Der durch Beatboxing unterstützte mehrstimmige Gesang wurde so zu einem großartigen Erlebnis.

Nachdenkliche und komische Lieder

 

Die „Wise Guys“ brachten sowohl ruhige Lieder mit nachdenklichen Texten – etwa über Gaffer, die statt zu helfen, Handyfilme drehen – mit nach Schönebeck, als auch zum Schreien komische wie über Baumärkte oder Alkopops, die sie durch eine kabarettistische Bühnenshow eindrucksvoll unterstützten. Dann stehen sie nicht mehr still auf der Bühne, sie bewegen sich zur Musik, laufen, hüpfen, werden zu Komödianten. Das aufmerksam lauschende Publikum sog die Lieder geradezu in sich auf, hinterher gab es tosenden App-laus.