Konzern-Vertreter sichern Vorschlag von Johann Hauser wohlwollende Prüfung zu

Zentralisiert Ameos die Verwaltung der Salzlandkliniken am Standort Staßfurt?

Von René Kiel

Nach der Übernahme der Salzlandkliniken gibt es Überlegungen des Schweizer Gesundheitsdienstleisters Ameos, die Verwaltung für alle vier Standorte in Staßfurt zu konzentrieren.

Staßfurt l "Das prüfen wir sehr wohlwollend", kommentierte der Integrationsmanager des Unternehmens, Kai Firneisen, einen Vorschlag von FDP-Kreischef Johann Hauser. Er hatte in der jüngsten Sitzung der Klinik-Arbeitsgruppe der Stadt Staßfurt gesagt: "Ich freue mich, dass die Auftaktveranstaltung für den Ameos-Beirat am 10. Mai in Staßfurt stattfindet. Es wäre das i-Tüpfelchen, wenn Staßfurt aufgrund der zentrale Lage im Salzlandkreis in Zukunft eine besondere Rolle bei Ameos spielen würde.

Staßfurts Oberbürgermeister René Zok (parteilos) hieß die beiden Ameos-Vertreter, zu denen auch der Leiter des Zentralen Projektmanagements des Kreises, Dr. John F. Näthke, gehört, herzlich in der Salzstadt willkommen und wünschte beiden gutes Gelingen.

"Ich bin positiv gestimmt", so Zok, weil nun die Zukunft des Ende 2010 geschlossenen Krankenhauses in Staßfurt gesichert sei. Die Klinik-Arbeitsgruppe werde den Prozess weiterhin positiv begleiten.

"Wir haben in den Salzlandkliniken hochmotivierte, aber auch verunsicherte Mitarbeiter mit vielen Erwartungen vorgefunden und sind überall im Kreis mit viel Freundlichkeit empfangen worden. Vor uns liegt ein harter Weg mit vielen Anstrengungen", sagte Dr. Näthke.

Die Klinik in Staßfurt bezeichnete er als schönes Haus, dass gut in Schuss sei. "Das möchten wir wieder belegen", sagte der Ameos-Vertreter und nannte als Ziel für die Wiedereröffnung Ende 2012.

Dr. Näthke: "Wir werden in Staßfurt ein Krankenhaus haben, dass seinen Namen zurecht verdient." Eine besondere Bedeutung soll dem ambulanten OP-Zentrum zukommen.

Volksstimme-Klinikforum mit Ameos am 11. Mai in Staßfurt

"Wir wollen ein leistungsstarkes chirurgisches Angebot mit Wohlfühlathmosphäre und zu feststehenden Terminen unterbreiten, so dass die Patienten aus dem gesamten Salzlandkreis gern hier her kommen", sagte Dr. Näthke. Man sehe im Moment keine Notwendigkeit, in Staßfurt eine eigene chirurgische Fachabteilung zu etablieren. Das bedeute, dass die Patienten bei einem Autounfall nach Aschersleben, Bernburg oder Schönebeck transportiert werden müssten.

"Nach Aschersleben wird von den Staßfurtern keiner freiwillig gehen", gab Rudolf Schünemann zu bedenken. Man werde niemanden dazu zwingen, so Dr. Näthke.

Hauser sprach von einem "Wunder", dass Ameos die Salzlandkliniken doch noch übernehmen konnte. Die Übernahmeschlacht sei der härteste Kampf seiner gesamten politischen Laufbahn gewesen. "Ich hatte wegen der Beschimpfungen und Bedrohungen der Ameos-Gegner, denen ich ausgesetzt war, schon gedacht, wir haben im Kreistag Kiewer Verhältnisse", sagte der Liberale in Anspielung auf die Handgreiflichkeiten im Parlament der Ukraine.

"Ich freue mich, dass wir in Staßfurt wieder ein Krankenhaus bekommen", sagte Stadtratschef Dr. Walter Blauwitz (Linke).

"Unser Kampf hat sich gelohnt", meinte der stellvertretende CDU-Fraktionschef des Stadtrates, Heinz Czerwienski, und fügte hinzu: "Ich möchte nicht, dass diejenigen, die Staßfurt kaputt gemacht haben, die Entwicklung auch weiterhin mit bestimmen." Es werde eine starke Persönlichkeit geben, die die alten Zöpfe abschneiden werde, versicherte Firneisen dem Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Jens Lingott, der ähnliche Befürchtungen geäußert hatte.

Hartmut Wiest (UWGn) wünscht sich perspektivisch die Einrichtung einer eigenen chi-rurgischen Fachabteilung in Staßfurt. Notwendig seien auch eine Intensivstation und die Anästhesie, meinte der Facharzt für HNO, Harald Jahns.

Auf Einladung der Volksstimme werden sich Dr. Näthke und Firneisen am Freitag, dem 11. Mai ,um 19 Uhr im Salzlandcenter in Staßfurt den Fragen der Bürger zur Zukunft der Salzlandkliniken stellen.