Eickendorf l So richtig fassen kann Tino Schröder es immer noch nicht. Gleich beim ersten Versuch ist es ihm gelungen, die höchste Auszeichnung der Bundes-Rammlerschau zu ergattern. Dabei war seine Teilnahme eher ein Zufall. „Da ich bei der Kreisschau auch ein gutes Ergebnis hatte, haben meine Freunde vorgeschlagen, ich solle doch auch bei der Bundesschau ausstellen“, erzählt Tino Schröder. Er hätte nie gerechnet, dass er auch dort so gut abschneidet und sich gegen die Konkurrenz aus ganz Deutschland durchsetzen kann.

„Ich war von der Veranstaltung positiv überrascht. Es war eine sehr schöne Ausstellung, ich habe viele Leute kennengelernt und mich mit ihnen über die Zucht ausgetauscht“, schwärmt Schröder über seine erste Bundesschau. Hätte diese nicht so nah an seiner Heimat in Sachsen-Anhalt stattgefunden, hätte er wahrscheinlich auch nicht teilgenommen. Wenn sie weiter weg stattfände, wäre für ihn der logistische Aufwand zu groß.

Seine prachtvollen Weißgrannen begleiten den 32-jährigen Eickendorfer nun schon seit neun Jahren, doch mit dem Züchten hat er schon eher begonnen. „Anfangs haben wir nur hobby-mäßig Mischrassen gezüchtet. Mit dem reinrassigen Züchten habe ich 2.000 begonnen“, erinnert sich Tino Schröder. Gemeinsam mit seinen Eltern kümmert er sich um die Tiere auf dem heimischen Hof. „Bei mir in der Wohnung ist leider kein Platz, darum sind die Tiere bei meinen Eltern untergebracht“. Mittlerweile befinden sich dort 45 Buchten, wie die Kaninchenställe in der Fachsprache heißen.

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Reichlich Nachwuchs

Auch in diesem Jahr gab es wieder reichlich Nachwuchs. Vier Wochen bleiben die Kleinen bei ihrer Mutter bis sie auf die verschiedenen Buchten aufgeteilt werden. „Fast jedes Jahr kaufen wir neue Hasen dazu, um frisches Erbgut zu haben“, erklärt Schröder. Weißgrannen ist eine sogenannte Abzeichenrasse, bemerkt Schröder, deshalb sollte man bei ihnen besonders auf das Muster an der Nase, die Granne an den Seiten, den Keil am Rücken und die Einfassung der Augen achten. Hin und wieder kommt es dann dazu, dass ein paar weiße Härchen aus dem schwarzen Fell gezupft werden müssen, damit es gleichmäßig ist. Die Pflege der Tiere sei das A und O, bestätigt Schröder.

Außerdem müssen die Kaninchen auf die Schauen vorbereitet werden. „Sie müssen lernen, sich richtig präsentieren zu können und ruhig auf einem Platz zu sitzen“, so Schröder. Einen Monat bevor die Saison der Schauen startet, fängt er bei den drei bis vier Monate alten Tieren mit dem Training an. Im letzten Jahr besuchte er mit seinen Weißgrannen zehn verschiedene Schauen.

Verschiedene Meister-Titel

Versorgt werden seine kleinen Lieblinge mit allem, was der Garten so hergibt, sagt Tino Schröder mit einem Lächeln im Gesicht. Möhren, Kohl oder Rüben landen in den Näpfen. Zusätzlich füttert er noch Heu, spezielle Pellets und Haferflocken für die Eiweißzufuhr. Das Idealgewicht für einen ausgewachsenen Weißgrannen liegt zwischen 3,50 und 4,25 Kilogramm.

Da Tino Schröder im vergangenen Jahr nicht nur Deutscher Meister, sondern auch Landesmeister in Sachsen-Anhalt und Kreisjungtiermeister im Salzlandkreis geworden ist, möchte er auch in der kommenden Saison wieder mit seinen Weißgrannen an den Schauen teilnehmen. Allen voran steht aber die vereinseigene Schau am 2. und 3. November im Traditionshof in Eickendorf. Die Landesschau in Magdeburg, die in diesem Jahr ihr 30. Jubiläum feiert, findet vom 29. November bis 1. Dezember statt.