Schönebecker ärgern sich über "Steh-Ampel" in der Friedrichstraße / Nächste Woche Reparatur

Zur kurzes Grün wegen fehlender Schleifen

Von Daniel Wrüske

Autofahrer in der Schönebecker Friedrichstraße brauchen gerade strapazierfähige Nerven. Die Ampel in der Nähe des Amtsgerichts zeigt sehr kurze Grünphasen. Zwischen Bahnbrückental und Marienkirche bilden sich Staus. Die Stadt hat Abhilfe vorbereitet.

Schönebeck l Eine Ampelkreuzung sorgt für wütende Schönebecker: Nach der Sanierung ist die Friedrichstraße wieder befahrbar. Doch so richtig voran kommen die Autofahrer nicht. Die Ampel der Kreuzung Friedrichstraße/Stadtfeld/Am Randel zeigt für die Hauptstraße nur kurze Grünphasen an. "Man steht da Stunden", schimpfen Leser am Redaktionstelefon der Volksstimme. Sie reden zynisch von der "Schönebecker Steh-Ampel" als neuer Attraktion, die Innenstadt erlebbar mache. Auf der Schönebecker Facebook-Seite im Internet sind Kommentare wie "Geht gar nicht" noch die freundlicheren. Anwohner beschweren sich online, dass sie die Fenster nicht mehr offen halten können. Ständig würden Autos bremsen und anfahren. Und Leute, die in den Autos unterwegs sind, haben elf Sekunden gezählt, in denen die Ampel für die Friedrichstraße freie Fahrt gibt. Das Grün reicht gerade einmal für drei Autos.

Die Volksstimme ist der Sache nachgegangen. Die Stadt kümmert sich um die Ampeln - und die Rathausmitarbeiter haben das Problem längst im Blick. "Die Kritik an den Ampelphasen der Kreuzung Friedrichstraße/Am Randel/Am Stadtfeld ist nicht unberechtigt", sagt Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz. Das Problem sei, dass im Ampelbereich noch sogenannte Schleifen fehlen würden.

Diese technischen Einrichtungen gestalten die Anzeigen an der Lichtsignalanlage flexibler, berichtet Hans-Peter Wannewitz. "Bei einem hohen Verkehrsaufkommen dehnen die Schleifen die Zeiten für die Grünphasen aus." Dann zeige die Ampel nicht nur für einige Sekunden Grün, sondern, wenn viele Autos unterwegs sind, könne das Freie-Fahrt-Fenster bis auf 30 Sekunden ausgeweitet werden. "Das würde die Verkehrssituation in der Friedrichstraße bereits spürbar verbessern", sagt der Stadtsprecher, der aber auch darauf hinweist, dass im Moment viele Autos die gesperrte Wilhelm-Hellge-Straße auf der Parallelroute umfahren würden.

Momentan ist von solchen reaktionsfreudigen Ampel- phasen an der Randel-Stadtfeld-Kreuzung nichts zu spüren. Wie auch. "Die Ampel läuft über ein Festzeitprogramm", sagt Hans-Peter Wannewitz.

Für Abhilfe hat das zuständige Fachamt im Rathaus bereits gesorgt. Neue Schleifen sollen bereits in der kommenden Woche im Kreuzungsbereich installiert werden. "Weil während der Sanierung die Bitumendecke der Friedrichstraße abgefräst wurde, sind auch die Schleifen rausgekommen." Die neuen "Autozähler" sollten längst in der Straße liegen. Allein das schlechte Wetter der vergangenen Tage und die hohe Auftragslage für die Spezialfirmen, die sich mit der Instaltion der Schleifen auskennen, verzögerte die Pläne der Verwaltung. "Es gibt nur wenige Unternehmen, die das können. Aber es gibt gerade viele Straßenbaustellen", so der Stadtsprecher. Im Laufe der kommenden Woche nun sollen die neuen Schleifen eingesetzt werden. "Der Auftrag ist da!", so Hans-Peter Wannewitz. Die Deckschicht der Fahrbahn muss an einigen Stellen kurz eingefräst werden. Die Schleifen werden hier verlegt und dann vergossen. Alles wird angeschlossen. Bis die Ampel wieder auf die Verkehrsströme reagieren wird, vergehen noch einige Tage. Dann liest man in den Internetkommentaren hoffentlich eher "Durchfahrt" als "Schönebeck weiträumig umfahren".