Osterburg l Holperfreie Gehwege und eine bessere Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr – diese Themen stehen auf der „Wunschliste“ von Senioren im Altneubaugebiet ganz oben. Das zeigte eine Gesprächsrunde im Rahmen der Sozialraumanalyse auf, die Mitarbeiterinnen der Pfeifferschen Stiftungen Magdeburg im Auftrag der Einheitsgemeinde gegenwärtig für verschiedene Dörfer sowie das Altneubaugebiet erarbeiten. Nach zwei entsprechenden Runden in Erxleben rückten zuletzt das Stadt-Quartier und die Ortschaft Ballerstedt ins Blickfeld.

Senioren geben wertvolle Anregungen

In Osterburg seien es vor allem aktive Senioren der Volkssolidarität gewesen, „die dank ihrer Ortskenntnis wertvolle Hinweise und Anregungen geben konnten“, fassten Jessica Lenuweit und Kerstin Schneemilch von den Stiftungen zusammen. So markierten sie per „Nadelmethode“ die „Lieblingsorte“, aber auch „Angsträume“ in ihrem Wohnumfeld auf einer Karte. Außerdem füllten sie Fragebögen zu den Themen Nachbarschaftshilfe und Pflege aus und zeigten den Mitarbeiterinnen der Pfeifferschen Stiftungen bei einer Begehung die Gegebenheiten vor Ort. Anhand von elf Kategorien, unter denen positive und negative Aspekte der Wohnumgebung festgehalten wurden, machte die Runde die Einschätzung der Senioren deutlich, dass es im Altneubaugebiet nur wenige unschöne Plätze gebe. „Zudem wurde die bürgernahe Arbeit der Wohnungsgenossenschaft gelobt und auch mit den Freizeitangeboten waren die meisten zufrieden“, blickten die Stiftungs-Mitarbeiterinnen zurück.

Stadt plant Bürgerbushaltestelle

Als größtes Manko, das während der Gesprächsrunde immer wieder zur Sprache kam, seien die unebenen Gehwege und die fehlende Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr benannt worden. Zumindest im letzten Punkt soll es aber bald Abhilfe geben: Nach Ankündigung aus dem Osterburger Rathaus soll demnächst eine Bürgerbushaltestelle in dem Quartier eingerichtet werden.

Die Ballerstedter wünschen sich ebenfalls eine bessere Anbindung an die benachbarten Orte Rochau und Flessau. In der gemeinsamen Runde der Stiftungsmitarbeiterinnen mit Einwohnern aus der Ortschaft, die vor allem aus dem Teilnehmerkreis des monatlichen Rentnertreffs stammen, seien als positive Aspekte die vielen Feste im Ort genannt worden, während sich die meisten Bewohner mit den Einkaufsmöglichkeiten eher abgefunden haben. Als negativ schätzten die Ballerstedter auch die medizinische und pflegerische Versorgung ein. Dieses Problem betreffe die gesamte Einheitsgemeinde, so Lenuweit und Schneemilch. Aber auch in diesem Bereich gebe es erste Lösungsansätze, verwiesen sie als Beispiel auf das gemeinsam von Stadt und Kassenärztlicher Vereinigung gewährte Medizinstipendium.