Rothenförde l Massenandrang auf dem Rothenförder Wehr am Montagmorgen. Zirka 50 interessierte Bürger bestaunten den Neubau der Hochwasserschutzanlage. Umweltminister Hermann Onko Aeikens wurde zu Grußworten erwartet. Landrat, Oberbürgermeister und Bürgermeister gaben sich die Ehre.

Herzensangelegenheit

Die Eröffnung des Rothenförder Wehrs war ein Höhepunkt. Das machte vor allem die Ansprache von Peter Fries, Bürgermeister von Tarthun und Unseburg, deutlich: „Ich bin wirklich ein bisschen gerührt“, sagte er bei der feierlichen Übergabe. Jahrelang hatte er für die Sanierung gekämpft, bei Land und Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) ausdauernd Druck gemacht. Das Projekt begleitete er seit 2008, es war ihm eine Herzensangelegenheit. Peter Fries konnte bereits positiv über die jetzige Wasserregulierung durch das Wehr berichten: „Das Anstauen des Wassers hat sich schon positiv auf Unseburg und Tarthun in dem trockenen Sommer ausgewirkt.“ Etliche seltene Pflanzen- und Tierarten finden an der Bode ihren Lebensraum.

Der LHW hatte 2010 mit den Planungen begonnen. Eigentlich war eine Sanierung angedacht. „Wir mussten aber feststellen, dass wir diese Anlage nicht mehr sanieren konnten“, sagte der Leiter des LHW, Burkhard Henning. Der Denkmalstatus ging verloren. Ein kompletter Ersatzneubau musste her, den die Ingenieure im Sommer in vier Wochen komplett neu planten.

Mehr als Wasserregulierung

Minister Hermann Onko Aeikens würdigte den Ersatzneubau, der die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union umsetzt. „Wir verbinden hier das Thema Hochwasserschutz mit anderen Themen“, so Aeikens. Das Rothenförder Wehr habe nicht nur die Funktion, die Wasserstände zu regulieren, sondern setze auch den Naturschutz mit der neu erbauten Fischaufstiegstreppe um, so dass Lachs und Stöhr wieder bessere Lebensbedingungen in der Bode finden. Deshalb sind übrigens auch die Einstellungen der Wehrtafeln unterschiedlich, erklärte Lisett Kraft vom LHW, die die Sanierung in den letzten Monaten leitete. Dadurch wird der Pegelstand bei der Fischtreppe erhöht und die Tiere erreichen diese besser. Außerdem, so Minister Aeikens, habe das neue Wehr eine touristische und verkehrstechnische Funktion, indem es die beiden Ufer miteinander verbinde.

Für Landrat Markus Bauer war die Wiedereröffnung des Bodeüberwegs, den das Wehr darstellt, ein Zeichen für die symbolischen „Brücken zwischen den Regionen“ - zwischen der Egelner Mulde und Staßfurt und zwischen den einzelnen Orten des Salzlandkreises. Außerdem sei sie eine Voraussetzung dafür, dass es mit dem Tourismus im Kreis wieder aufwärts gehen kann. Ebenso freute sich Oberbürgermeister Sven Wagner über die Fertigstellung des Bauwerks, mit dem er sich einen Tourismus unter dem Motto „eine Reise entlang der Bode“ noch mehr vorstellen könne.

Christoph Erlt, Leiter des Fachbereichs Halberstadt beim LHW, sagte: „Dieses Wehr ist jetzt das neueste von 29 beweglichen Wehren in Sachsen-Anhalt.“