Neundorf/Giersleben l 42 Kinder aus Neundorf gehen aktuell in die Grundschule „Wippertal“ in Giersleben. 2014 hatten die Stadt Staßfurt und die Verbandsgemeinde Saale-Wipper, wozu Giersleben gehört, eine Vereinbarung geschlossen. Danach ist es Eltern seit dem Schuljahr 2014/15 möglich, ohne gesonderten Antrag und ohne Gastschulbeitrag ihre Kinder nach Giersleben in die Schule zu schicken.

Dies wird rege genutzt. Hintergrund für die Vereinbarung vom Mai 2014 war die Schließung der Grundschule in Neundorf und das aktive Werben der Gemeinde Giersleben für ihre Schule. Neundorfer Eltern und Gierslebens Bürgermeister Peter Rietsch setzten sich dafür ein, dass die Kinder aus Neundorf die Grundschule in Giersleben besuchen können. Ihre Argumente waren unter anderem der Charakter einer ländlichen Dorfschule. Gleichzeitig drohte dem „Wippertal“ wegen zu wenig Schülern das Aus.

Vereinbarung der Gemeinden

Mit der Beschulung der Neundorfer Kinder in Giersleben soll langfristig Schluss sein: Die Verwaltung legt dem Ortschaftsrat Neundorf am morgigen Donnerstag und dem Stadtrat im Januar einen Beschluss vor. Dieser sagt aus: Die Vereinbarung soll 2018/2019 auslaufen. In dem Schuljahr sollen letztmalig Schüler aus Neundorf in Giersleben eingeschult werden können. Diese können ihre Grundschullaufbahn bis zur 4. Klasse in Giersleben vollenden. Neue Einschüler aus Neundorf soll es nicht mehr geben. In die Vereinbarung zwischen der Verbandsgemeinde Saale-Wipper und der Stadt Staßfurt soll diese Neuregelung eingearbeitet werden.

Die Verbandsgemeinde Saale-Wipper war an die Stadt Staßfurt mit dem Wunsch herangetreten, die Vereinbarung zu verlängern, sprich auch nach 2019 Schüler aus Neundorf in Giersleben aufnehmen zu können. Der Bestand der Einrichtung sollte langfristig gesichert werden. Dieses Ansinnen lehnte Oberbürgermeister Sven Wagner ab.

Kampf um Schülerzahlen

Peter Rietsch, Bürgermeister von Giersleben, sagt: „Die Kinder und Eltern haben mit ihrer Entscheidung für die Schule in Giersleben ein klares Votum abgegeben. Sie fühlen sich hier wohl, auch weil der Transport durch die ‚Wippi-Busse‘ von und nach Neundorf reibungslos funktioniert. Es gibt keinen vernünftigen Grund, dies gegen den Willen der Kinder und Eltern jetzt zu ändern. Wer gute Lernergebnisse will, muss dafür sorgen, dass die Kinder gern zur Schule gehen. Das ist bei uns der Fall.“

Sven Wagner erklärt: „Dem Wunsch der Verbandsgemeinde Saale-Wipper auf Verlängerung wird nicht entsprochen, da der Vertrag von vorn herein nicht auf Dauer angelegt war.“ Mit dem Kompromiss der langsam auslaufenden Beschulung könnten sich Eltern langfristig darauf einstellen. Die Stadt will wieder zum „Normalzustand“ übergehen, nämlich dass Neundorfer Kinder in Staßfurt beschult werden.