Brumby l Immer schneller, besser, weiter - moderne Autos sind darauf ausgerichtet, die Straßen werden entsprechend ausgebaut. Die Zeit rast, der Mensch macht mit - Täglich auf den Autobahnen zu sehen. Autobahnkirchen setzen einen bewussten Gegenakzent. Seit zehn Jahren ist die Petrikirche in Brumby eine von 50 dieser besonderen Andachtsräume an den Schnellstraßen bundesweit. Ihr mächtiger Turm zeigt nicht vorwärts, sondern Richtung Himmel und verweist damit auf andere Wirklichkeiten. Für Pfarrer Jürgen Kohtz vom Kirchspiel Brumby ist das Angebotes eines „Raumes für die Ruhe“ aktueller denn je. „In unserer schnelllebigen Zeit bedarf es Orte der Besinnung und Ruhe, Räume, in denen die Seele Luft holen und auftanken kann.“ Autobahnkirchen wollen den Menschen ein Stück weit aus der Eile herausnehmen und das Innehalten ermöglichen, so der Geistliche.

Seit 2006

Die 800-jährige Petrikirche ist so ein Ort über Jahrhunderte gewesen. Das prädestiniert sie als Autobahnkirche. Auch ihre Lage, die Anziehungskraft ihrer Ausstattung für Kunstinteressierte und ihre aufgeschlossene Gemeinde. Denn bereits seit 1999 ist das Gotteshaus täglich geöffnet. 1997 reiften Ideen, an der Autobahn 14 eine Autobahnkapelle zu bauen. Die Umsetzung scheiterte jedoch an der Frage der weiteren Trägerschaft. Seit 2000 rückte der Fokus auf St. Petri. Am 18. Mai 2006 eröffnete der damalige Bischof Axel Noack in einem Festgottesdienst die Autobahnkirche.

Für Pfarrer Jürgen Kohtz ist wichtige, dass es sich um ein Gotteshaus handelt, auch wenn die Öffnungszeiten viel Engagement von ihrer Gemeinde verlangen. „Die Kirche ist ein besonderer Raum der Meditation, der seit vielen Jahren Menschen im Gebet still werden lässt.“ Anders etwa als ein Rastplatz oder ein Schnellrestaurant. Am 18. Mai beginnt um 18 Uhr eine Andacht und St. Petri ist einmal mehr offen für alle.

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