Staßfurt l „Lassen Sie uns diesen Ort ausbeuten!“ Mit diesem Satz ließ der Geschäftsführer der Ciech Soda Deutschland den Staßfurter Stadtrat aufhorchen. Ein Sprecher des Unternehmens war in dem Moment dabei, den Räten bei einer Sitzung zum neuen Salzwerk, das Unternehmen in Staßfurt plant, Rede und Antwort zu stehen.

„Ja, ich benutze ganz bewusst das Wort Ausbeuten“, legte dieser nach. Abschätzig hatte er das Wort „Ausbeuten“ aber dabei nicht verwendet, eher wollte er seine Aussage verdeutlichen: Dass die Region um Staßfurt Rohstoffe in großen Mengen vorhält, solle man ausnutzen.

Kein Silicon Valley

Er führte weiter aus, dass das Salzvorkommen die Eigenschaft ist, mit der Staßfurt punkten, sprich Gewinn machen kann. „Das hier ist nun mal kein Silicon Valley“, zog er einen überspitzten Vergleich mit einem US-amerikanischen Zentrum für Technologieunternehmen. Die Ciech Soda Deutschland wolle aber, dass sich Staßfurt positiv weiterentwickele. Die Stadt müsse keine „alte Industriestadt“, sondern könne auch eine „moderne Industriestadt“ sein.

Tatsächlich geht die Ansicht der Geschäftsleitung der Ciech Soda Deutschland mit dem einher, was das Land Sachsen-Anhalt für das Gebiet zwischen Atzendorf und Hohenerxleben vorsieht und was etwa im Landesentwicklungsplan von 2010 festgeschrieben ist.

Vorrangig Rohstoffabbau

Dort wird Staßfurt nicht nur als „Vorrangstandort für landesbedeutsame Industrie- und Gewerbegebiete“ definiert, sondern mehr noch ist das Sol- und Speicherfeld im Norden der Stadt hauptsächlich für die Rohstoffgewinnung reserviert. Der Bereich des Staßfurter Salzsattels soll in Kombination genutzt werden: Erst für die Steinsalzsolung bei der Sodaproduktion, dann sollen die ausgesolten Kavernen für die Speicherung von Gas verwendet werden. Nach und nach sollen über die Jahre weitere Kavernen errichtet werden.

Bereits jetzt fanden umfangreiche Untersuchungen zum Bauvorhaben statt, etwa Bohrungen bei ersten Baugrundvorerkundungen. Das Landesamt für Geologie und Bergwesen hat eine Stellungnahme abgegeben und weitere Untersuchungen bis zum Gipshut, in der Tiefe von 25 bis 30 Metern, empfohlen.