Egeln l Lernen lohnt sich, zeigt die erste Ausbildungsmesse, die die Verwaltung der Verbandsgemeinde im Schulzentrum der Bodestadt organisiert hat. Die Unternehmen der Region suchen junge Menschen, die in den Unternehmen eine berufliche Karriere beginnen wollen. „Wir bilden auch aus“, ruft Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr (UWGE) den jungen Frauen und Männern zu, die sich auf den Eingang der erste Ausbildungsmesse zu bewegen. Die Verwaltung hat vor der Tür in der Herbstsonne die bunten Schilder aufgebaut. Ein Blick in den Raum zeigt, dass heute längst kein Tisch mit ein paar Flyern mehr genügt, um die Schulabsolventen anzusprechen.

Schnell kommen die Schüler mit den Firmenvertretern ins Gespräch. Pia Sophie Weber und Angelina Thiede sind am Stand vom Kloster Meyendorf stehen geblieben. Die Senioreneinrichtung ist immer auf Nachwuchs angewiesen, sagt Leiterin Karina Benke. Sie will zusammen mit ihrer Pflegefachkraft Doreen Kellner junge Menschen für einen Pflegeberuf begeistern. Die jungen Frauen aus der neunten Klasse hören sich das Profil des Arbeitgebers an. Eigentlich, sagen sie später, haben sie andere Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft.

Pflege hat schlechten Ruf

Die Pflege, räumt Karina Benke ein, habe nicht gerade den besten Ruf. Neben der nicht allzu üppigen Bezahlung sind es vor allem die Schichtdienste, die ein Familienleben mitunter nicht einfacher machen. Doch damit habe sich das Unternehmen bereits beschäftigt und wolle die Schichten so organisieren, dass auch die Familie mit Kindern unter einen Hut zu bringen sei, sagt sie.

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Etwas ruhiger geht es da schon bei der Umland Wohnungsbaugesellschaft zu. Der kommunale Wohnungsvermieter ist für rund 1400 Wohneinheiten in der Region zuständig. Der Hauptsitz liegt in Egeln. Auch das Unternehmen benötigt in der Zukunft junge und engagierte Mitarbeiter, sagt Anne Kagelmann. Die Mitarbeiterin des Unternehmens schwärmt vor den Schülern von dem Arbeitgeber.

Junge Leute gefragt

Gern schildert sie die Eckzahlen des Unternehmens und erklärt den jugendlichen Besuchern, welche Berufe das Unternehmen ausbildet. Junge Leute mit frischen Ideen seien in der Zukunft gefragt.

Vor allem aber soll die Ausbildungsmesse den Jugendlichen die Schwellenangst nehmen. Sie sollen lernen, bewusst auf die Unternehmen zuzugehen. Das fällt nicht immer leicht. Die Schwellenangst, das wissen die Unternehmen, ist oft noch da. Dabei hätten die jungen Männer und Frauen allen Grund, etwas mutiger aufzutreten. Denn die Unternehmen sind auf die jungen Leute angewiesen.

Gehaltstabelle präsentiert

Das zeigt auch die Gehaltstabelle für die drei Lehrjahre, die Michael Stöhr prompt dabei hat. So viel Ausbildungsvergütung gibt es pro Jahr, zeigt er den Besuchern am Stand. Vom Erfolg der ersten Ausbildungsmesse überzeugen sich ebenso einige Mitglieder der Kulturausschusses des Verbandsgemeinderates. Um auf eine große Beteiligung zu kommen, hat die Verbandsgemeinde auch die Schulen der angrenzenden Gemeinden bis hin zum Staßfurter Gymnasium informiert und eingeladen. Am frühen Nachmittag zeigt sich, dass das Thema Ausbildung auf Interesse stößt. Eine Nachbarschule schickt die Schüler mit einem Bus nach Egeln.

Die Messe soll den jungen Menschen aber auch zeigen, dass es sich lohnen kann, in der Region zu bleiben und einen Beruf in der Stadt bei den zahlreichen Unternehmen zu erlernen. Das ist auch für den Standort Egeln wichtig. Längst ist der Bevölkerungsschwund nicht gestoppt. Eine Trendwende wird es erst geben, wenn wieder mehr junge Menschen in der Stadt bleiben und in der Region für sich eine berufliche Perspektive sehen. Letztlich wird davon dann auch die Stadt profitieren.

Wettbewerb wird größer

Doch der Wettbewerb unter den Unternehmen auf der Suche nach jungen Köpfen wird größer. Nicht immer zählen für die Jugendlichen rein materielle Dinge. Manchmal, sagen die Teilnehmer, sei es auch die Verbundenheit zur Stadt, die sie davon abhalte, in die Ferne zu ziehen.