Staßfurt l Welche Denkmäler stehen aktuell in Staßfurt und Ortsteilen im öffentlichen Raum? Welche bedeutenden Kunstobjekte gibt es in der Stadt? Welche Kunstwerke wurden einst in Staßfurt angefertigt, sind jetzt aber verloren gegangen?

Dieses große Themenfeld will jetzt der Kulturausschuss des Staßfurter Stadtrats angehen. Der Fachausschuss, der für den Stadtrat wichtige Vorberatungen abhält, will sich dem Thema - mit Kulturdenkmäler sind zunächst keine Baudenkmäler, sondern Skulpturen und Kunstobjekte gemeint - mit der nötigen Genauigkeit nähern. Hintergrund ist eine neue Initiative des Ausschussvorsitzenden Gerhard Wiest (Die Linke), eine Metallplastik am ehemaligen und jetzt verfallenen Institut für Lehrerbildung in Staßfurt sicherzustellen.

Bei ihrer letzten Sitzung einigten sich die sieben Ausschussmitglieder auf folgendes Vorgehen, das Ralf-Peter Schmidt (UBvS) erklärte: „Wir möchten als Arbeitsgrundlage gern eine Liste mit allen Kulturdenkmälern in Staßfurt und Umgebung, auch mit verloren gegangenen Stücken, zur Verfügung haben. Dann können wir auch einen Prozess zur Sanierung einiger Denkmäler und so weiter beginnen.“

Sanieren

Nach Sichtung dieser Liste wird sich der Ausschuss einen Überblick verschaffen, was an Kulturdenkmälern überhaupt in der Stadt vorhanden ist. Dann muss ihr Zustand sicherlich erst einmal bewertet werden und schließlich muss auch überlegt werden, an welchen Denkmälern Reparaturen oder andere Maßnahmen notwendig sind und welche Priorität haben.

Erster „Streich“ dieses Vorhabens ist der Ankauf der Metallplastik am Wohnheim des ehemaligen Instituts für Lehrerbildung in der Bernburger Straße. Schon im April vergangenen Jahres regte der Ausschussvorsitzende Gerhard Wiest an, dass man die Metallplastik, die dort über dem Eingang angebracht ist, sicherstellen müsse. Anstelle es weiter dem Vandalismus und der Witterung auszusetzen, könne die Stadt es über dem Eingang der neuen Sporthalle in Nord oder einer Schule anhängen, so der Vorschlag.

Recherche

Es handelt sich um ein sechsteiliges Ensemble, das im Rahmen der Metall-Symposien Stahlgestaltung im Chemieanlagenbau (CAS) in den Jahren 1978 und 1979 hergestellt wurde. Wer genau sein Schöpfer ist, ist nicht bekannt. Das ergaben Nachfragen der Stadtverwaltung bei Stadtrat Walter Blauwitz (Die Linke), der dazu Unterlagen besitzt. Das sechsteilige Kunstobjekt war 1982 und 1983 am Eingang des Wohnheims angebracht worden, nachdem dieses im April 1981 eröffnet worden war.

Der Kulturausschuss hatte die Stadtverwaltung im April beauftragt, Kontakt mit dem Eigentümer des Gebäudes aufzunehmen. Das ist aktuell eine Immobiliengesellschaft in Brandenburg. Die Stadt hat den Inhaber dieser Immobiliengesellschaft im Oktober 2017 dann kontaktiert, aber keine Reaktion erhalten. Nach nochmaliger Aufforderung konnte der Inhaber der Immobiliengesellschaft der Stadt dann den Verkauf der gesamten Plastik für 1.500 Euro anbieten. Den Ankauf hat der Kulturausschuss in der Sitzung am 24. Januar beschlossen.

Zwar ist das Kunstobjekt mittlerweile ist noch mehr verfallen, aber als Eigentümerin kann es die Stadt zumindest sichern. Es soll erst einmal eingelagert werden.