Staßfurt l An einem ungewöhnlich warmen Oktobertag hob auch Michael Scholl zweimal das Jackett seines Anzugs. „Ganz schön warm hier“, sagte der Leiter des Staßfurter Stadt- und Bergmaumuseums. Mit den viel zu warmen Klamotten hielt Scholl am Sonntag aber durch. Im historischen Museumskeller wurden die vier letzten Sonderausstellungen des Jahres eröffnet. Bis zum 21. November können sich die Besucher wieder an regionalen Besonderheiten und regionaler Kunst erfreuen.

Die Sonne nach Staßfurt holt zum Beispiel Susanne Goldberg aus Magdeburg. Die 45-jährige Pharmareferentin kam 2009 durch eine Malreise nach Venedig und verliebte sich in Stadt und Menschen. Sie begann zu malen und durfte 2017 ihre erste Ausstellung in Wanzleben eröffnen. In Staßfurt stellt sie mit „Venedigbilder“ das zweite Mal aus. Warum immer Venedig? „Die Stadt hat für mich etwas Entschleunigendes, sie ist ein Ruhepol“, sagt sie. „Beim Malen kann ich abschalten und finde zur Ruhe.“

Von der Architektur begeistert

Sechs Mal war sie schon in Venedig. Dort sieht man sie dann immer im Sommer auf einem Hocker sitzen, wo sie ihre Lieblingsplätze direkt vor Ort malt. Das sind dann auch schon mal eher nicht so bekannte Nebenstraßen. Aber immer sind es bunte und fröhliche Farben, die Goldberg mit Aquarellmalerei zu Papier bringt. „Ich bin von der Architektur in Venedig begeistert“, sagt sie.

Bilder

Im Juni war sie das letzte Mal in Venedig, sie freut sich schon, im Sommer 2020 wieder nach Italien zu reisen. Dabei malt Goldberg freilich auch andere Sachen. In Berlin hat sie eine Galerie, dort können Touristen gemalte Bilder von Berlin kaufen. Diese finden guten Absatz. Dem Museum in Staßfurt ist Goldberg mittlerweile sehr verbunden. Sie sucht nach Ausstellern, generell kümmert sie sich um Nachwuchsförderung.

Drei weitere Ausstellungen

Neben Goldberg stellen aber noch drei andere Aussteller in Staßfurt aus. So zeigt Peter Teichert aus Eggersdorf Streichholzschachteln aus vielen Ländern in ganz Europa. Mit „Zeit für Kunst II - Skulpturen und Illusionen“, präsentiert sich Christina Roeder aus Barby. Sie verarbeitet zum Beispiel mit bemalten Abgüssen ihre Krankheit.

Der Musiker Bernd Meiberg aus Alsleben wirft mit „Zirkus und Musik“ einen Blick in eine Welt, die fast vergangen ist. Als artistische Attraktionen im Zirkus noch von Livemusikern begleitet wurden.