Atzendorf l Man sei auf einem guten Weg, die Einsatzbereitschaft der Ortsfeuerwehr Atzendorf wieder herzustellen, signalisiert Oberbürgermeister Sven Wagner am Montag im Volksstimme-Gespräch. In den nächsten Tagen wird in der Volksstimme ein ausführliches Interview mit ihm zum Thema erscheinen.

Nach der Information, dass zum 11. Februar nach mehreren Austrittserklärungen nur noch sieben von einst 18 Kameraden (Stand Mitte Dezember 2018) real bei der Feuerwehr Atzendorf aktiv waren, musste die Ortswehr Löderburg offiziell die Einsatzbereitschaft für Atzendorf übernehmen. Die Wellen schlugen hoch. Auch die Berichterstattung in der Volksstimme (am 15. Februar) sorgte für Diskussionen in den sozialen Medien, in anderen Presseerzeugnissen und im Stadtgespräch.

Dass bei all diesen Austritten aus der Feuerwehr, schnell gehandelt werden muss, erklärte die Stadtverwaltung bereits kurz nach dem 11. Februar: Man suche das Gespräch mit den ausgetretenen Kameraden und prüfe anschließend weitere Maßnahmen.

Erste Beratung

Eine erste Maßnahme war eine Beratung in der Woche vom 18. Februar. Dabei trafen sich Vertreter von Fraktionen des Förderstedter Ortschaftsrates und der Stadtverwaltung. Man überlegte, wie man weiter verfahren könnte. Anliegen aller war es, wieder eine starke Ortswehr Atzendorf aufzubauen, letztendlich zur Sicherheit der Bürger im Brandfall. Man habe sich darauf geeinigt, alle ausgetretenen sowie alle aktiven Kameraden zu einer großen Versammlung einzuladen, erklärt Günter Döbbel von der FDP-Fraktion auf Nachfrage, der bei der Beratung dabei war.

Termin für diese große Versammlung, bei der wieder Vertreter des Förderstedter Ortschaftsrats zugegen waren, war der Donnerstagabend vergangener Woche im Feuerwehrgerätehaus Atzendorf. Eine ganze Reihe Kameraden war vor Ort. Die Stadt hatte speziell jene eingeladen, die ausgetreten waren. Ziel war es, „auszuloten, wer von den Kameraden bereit ist, sich wieder aktiv in der Ortswehr einzusetzen“, so Günter Döbbel. Die Stadt hatte mit Stand vom 22. Februar bereits acht Kameraden ausgemacht, die schon zu diesem Zeitpunkt definitiv bei der Ortswehr bleiben wollten.

„Ich war wirklich positiv überrascht, wie sachlich und konstruktiv dieses Treffen ablief“, berichtet Günter Döbbel vom Donnerstag. Er hatte erwartet, dass die Stimmung aufgeregter sei. Stadt und Kameraden hätten bei dieser Versammlung nicht mehr in der Vergangenheit gewühlt, was er als positiv empfand. Man wollte nach vorn schauen, so der Tenor.

Positive Signale

Laut Volksstimme-Informationen haben einige Kameraden an dem Abend ihre Austrittserklärungen zurückgenommen und signalisiert, dass sie weiter für den aktiven Dienst zur Verfügung stehen wollen. Die Gemüter hatten sich offenbar beruhigt.

Es müssen derzeit dennoch einige Formalitäten geprüft werden. Es stellt sich die Frage, wie viele Führungskräfte jetzt in der Ortswehr vorhanden sind. Die Kameraden müssen eine gewisse Anzahl an geleisteten Dienststunden erbracht haben, die zum Einsatz berechtigen. Außerdem müssen Qualifizierungen für bestimmte Funktionen im Einsatz vorhanden sein, was aktuell von der Stadtverwaltung geprüft werde, so Günter Döbbel.

All diese Dinge waren Thema bei den Treffen in den letzten Tagen bei der Atzendorfer Feuerwehr. Denn auch nach dem Donnerstag gab es über das Wochenende weitere Treffen von Feuerwehrleuten und Stadtwehrleitung.

Praktische Dinge klären

Auch etliche praktische Dinge wurden besprochen: Wer bekommt die Schlüssel zum Feuerwehrgerätehaus, welche wichtigen Einsatz-Funktionen können durch wen übernommen werden, wie ist der Bestand der Einsatz-Bekleidung und wie werden die Dienstabende jetzt gestaltet. Dies passiert in Zusammenarbeit mit Kameraden, Stadtverwaltung und Stadtwehrleitung.

Wichtig ist nun auch zu klären, wer Wehrleiter und stellvertretender Wehrleiter in Atzendorf werden soll.

In einigen Wochen soll es wieder eine große Runde zwischen Verwaltung, Oberbürgermeister, Stadtwehrleitung und den Atzendorfer Kameraden geben, um den neuen Stand zu besprechen. Bis auf weiteres übernimmt offiziell die Löderburger Ortswehr die Einsätze in Atzendorf.

Jubiläum feiern

Mit Stand vom 11. Februar hatte die Ortswehr nur noch sieben aktive Mitglieder. 11 Austrittserklärungen lagen bei der Stadt, als Dienstherr der Kameraden, am 11. Februar vor. Laut Informationen der Stadt vom 22. Februar, waren die Austrittserklärungen auf verschiedene Tage datiert. Einige waren vom Dezember 2018 bis Anfang Februar 2019. Acht Kameraden waren zum 11. Februar ausgetreten, mit unterschiedlichen Unterzeichnungstagen.

Am heutigen Dienstagabend will auch Ortsbürgermeister Peter Rotter seinen Förderstedter Ortschaftsrat zur Feuerwehr informieren. Er wird aller Wahrscheinlichkeit nach das positive Signal für die Einwohner von Atzendorf verkünden, dass es weitergeht mit der Feuerwehr in ihrem Ort und dass man wieder eine einsatzstarke Gruppe zusammenstellen will.

In diesem Jahr steht im Sommer auch das 120-jährige Jubiläum der Feuerwehr Atzendorf an. Nach den aktuellen positiven Entwicklungen könnte dies auch groß gefeiert werden.