Schadeleben/Groß Börnecke l Die Staatssekretärin war nicht von ungefähr in das Kinder- und Jugendhilfezentrum Groß Börnecke gekommen. Sie wollte sich persönlich vor Ort umschauen, weil das Unternehmen erfolgreich an der Mitarbeiterbefragung Wertenetz teilgenommen hatte und dafür im März zusammen mit anderen 17 Betrieben und Einrichtungen des Landes mit dem Landessiegel „Das mitarbeiterorientiere Unternehmen - Hier fühle ich mich wohl“ ausgezeichnet worden war.

Neues Objekt beim Reiterhof

Das Treffen fand nicht in Groß Börnecke, sondern in der Pension des Reiterhofes Schadeleben statt. Dorthin sind die Kinder im Sommer umgezogen, weil das angestammte Objekt in Groß Börnecke aus brandschutztechnischen Gründen nicht mehr als Heim, sondern nur noch für Verwaltungszwecke genutzt werden kann. Am Übergangsstandort wurde Susi Möbbeck vom Geschäftsführer Sven Schulze sowie von dessen Bereichsleitern empfangen.

Schulze informierte seinen Gast darüber, dass das Kinder- und Jugendhilfezentrum eine heilpädagogische Einrichtung ist. „Mit unseren 80 Mitarbeitern an unseren fünf Standorten empfinden wir uns als ein Hochleistungsteam in der Kinder- und Jugendhilfe“, sagte er. Es realisiere mit einer Vielzahl von individuell zugeschnittenen Hilfsprogrammen, dass mit den anvertrauten Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten entdeckt und Chancen entwickelt werden. Zu den Angeboten gehören Hilfe zur Erziehung, Betreuung und Versorgung von Kindern in Notsituationen, Erziehungsbeistandsschaft, systematische Familienarbeit, Erziehung in einer Tagesgruppe und die Zusammenarbeit bei Hilfen außerhalb der eigenen Familie. „In unseren Einrichtungen arbeiten engagierte, multiprofessionelle Erziehungsteams“, lobte Schulze und fügte hinzu: „Wir suchen aktuell zehn neue Mitarbeiterr, um eine neue Wohngruppe eröffnen zu können.“ Auf die Frage, welche Voraussetzungen die Bewerber mitbringen müssen, antwortete Schulze mit einem Zitat des schweizer Klassikers der Pädagogik, Johann Heinrich Pestalozzi: „Kopf, Herz und Hand.“

Zufriedene Mitarbeiter wichtig

Nach dem Gespräch schätzte die Staatssekretärin ein, dass der Betrieb die Auszeichnung zu recht bekommen hat. „Es ist sehr spürbar, dass wir auch in Betrieben, wo die soziale Arbeit im Vordergrund steht, in der Situation sind, dass wir uns sehr viele Gedanken machen müssen, wie wir Fachkräfte gewinnen und binden, um die Arbeit auch qualitätsvoll erledigen zu können. Das wird hier schon vorbildlich gemacht“, sagte sie. Viele wüssten inzwischen einfach, dass das eine Zukunftsfrage sei und eine Existenzfrage sein werde.“ Ohne zufriedene Mitarbeiter, die ihre eigenen Bedürfnisse mit der Arbeit auch verbinden können, würden die Jugendhilfeeinrichtungen vor einer dramatische Lage stehen, sagte Möbbeck. „Das ist von der Geschäftsführung frühzeitig erkannt und tatkräftig angenommen worden“, fügte sie hinzu.

Für sie war es sehr spannend zu erfahren, dass das Zentrum seit knapp 10 Jahren versucht die Digitalisierung positiv zu nutzen, sich die Arbeit damit zu erleichtern und dabei auch die Qualität zu verbessern. „Das wollen wir uns weiter anschauen, welche Erfolge da erzielt werden und welche Anregungen sich daraus auch für andere ergehen können“, so die Staatssekretärin.