Hakeborn l „Mir liegen der Spaß am Basteln und der Klimaschutz sehr am Herzen“, sagte Heinz Leusin.

Aus diesem Grund kam er auf die Idee, mit Unterstützung seines Sohnes auf seinem Grundsstück in der Straße zum Hakel ein Windrad der Marke Eigenbau mit einer Nabenhöhe von zehn Meter aufzustellen.

„Wenn der Wind ganz gut bläst, gewinne ich damit drei Kilowatt-Stunden Strom. Damit kann ich zusätzlich unsere Wohnung heizen“, sagte der Rentner. Als Grundgerüst diente ihm ein ausgedienter Mast. Daran schloss er oben ein kleines Windrad an.

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Neueste Schöpfung ist ein himmelblauer Pkw Trabant aus dem Wendejahr 1989, der damals zu einem Symbol für die Wiedervereinigung Deutschlands wurde.

Hilfe eines Schülers

Den baute Heinz Leusin, der insgesamt fünf dieser tuckernden Zweitakter aus der DDR besitzt, von Benzin- auf einen Elektroantrieb um und stellte ihn im Sommer dieses Jahres fertig. Dabei half ihm der 16-jährige Schüler Niklas Polte aus Egeln, der ebenso wie der Senior gern bastelt und sich an dem Ergebnis erfreut.

Seine Rennpappe, wie der Volksmund die Trabis zu DDR-Zeiten nannte, hat Heinz Leusin mit vier Bleiakkus á 50 Amperstunden (Campingbatterien) versehen und in Reihe geschaltet. Das ergibt eine Leistung von 48 Volt. Herzstück ist ein kleiner Elektromotor mit einer Leistung von insgesamt 2,6 PS. Er ersetzte den alten Zweitaktmotor.

„Mein Elektro-Trabant eignet sich gut für ältere Leute, um damit in der Stadt oder auf dem Land einkaufen zu fahren.“

Reichweite acht Kilometer

„Die Ladung der Akkus erfolgt in erster Linie mit Hilfe von Solarmodulen“, berichtete der Tüftler und fügte hinzu: „Das Fahrzeug, das zirka 10 Zentner wiegt, ist für 6 Stundenkilometer zugelassen, ist aber in der Praxis bis zu 15 Stundenkilometer schnell.“ Die Reichweite hänge von der Fahrweise ab. „Normalerweise kommt man mit einer Aufladung rund 8 Kilometer weit“, sagte Heinz Leusin, der mit seinem Umweltmobil nur in seinem Heimatort Hakeborn unterwegs ist. Dort hat er bereits 30 bis 40 Kilometer mit seinem ungewöhnlichen Gefährt zurückgelegt ohne dafür auch nur einen Cent für den „Treibstoff“ bezahlen zu müssen.

Und die beste Nachricht daran ist, dass dieser Hakeborner Kleinwagen aus dem VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau nicht mehr die Luft verpestet wie die mit einem Zweitakter ausgerüsteten Exemplare mit Benzinantrieb.

Die Kosten für die Ausstattung mit einer Motor-Steuerung, die Batterien und die Solaranlage gab Heinz Leusin im Volksstimme-Gespräch mit rund 900 Euro an. Seine Arbeitsstunden hat der ehemalige Elektriker dabei aber nicht mitgerechnet. „Das habe ich aus Spaß an der Freude gemacht“, erklärte er.

„Mein Elektro-Trabant eignet sich gut für ältere Leute, um damit in der Stadt oder auf dem Land einkaufen zu fahren. Bei uns in Hakeborn gibt es ja leider keine Einkaufsmöglichkeiten mehr“, so das Fazit von Heinz Leusin, der von einem kleinen Beitrag gegen den Klimawandel sprach. Auf seine Neuschöpfung sind er und sein Helfer Niklas Polte natürlich mächtig stolz.