Die Ideen der Freunde vom Bahnhof Güsten

Was aus den Räumlichkeiten werden könnnte, haben die Freunde dieses denkmalgeschützten Gebäudes wie folgt beschrieben:

Erdgeschoss:

Empfangshalle: Die 35 Meter lange Halle bietet sich für musikalische Veranstaltungen an, auch für Ausstellungen, tagsüber für Reisende.

Nebenräume: Die Nebenräume könnten als Läden genutzt werden. Denkbar sind Bäckerei, Gebrauchtwarenladen, Unverpackt- oder Umsonst-Laden.

Toiletten: Wichtig für Reisende, auch bei Veranstaltungen oder für Gastronomie.

Ehemaliger Wartesaal: Könnte als Aufenthalts- oder Gesellschaftsraum dienen. Egal ob Tischkicker, Billard oder doch ein kleines Kino – vieles ist denkbar.

Zwischenbau/Treppenhaus/Küche (stark zerstört): Künftig Küche, Freiküche oder doch was ganz anderes?

Mitropa-Gaststätte: Restaurant, Bar oder Café wären schön.

Südlicher Anbau (ehemals Trapo): Könnte als Wohnraum genutzt werden, aber auch als Bürotrakt.

Obergeschoss:

Kopfbau: Zwei Wohnungen wären perfekt, auch eine Wohngemeinschaft möglich.

Anbau über der Empfangshalle: Als Wohnraum, Gästevermietung, Büro geeignet.

Zwischenbau/Wohnung: Ob dieser Bereich wiederaufgebaut werden kann, ist gegenwärtig noch unklar.

Güsten l Der Zuspruch, den die neuen Besitzer bereits beim Tag des offenen Denkmals kürzlich mit mehr als 100 Besuchern erfuhren, lässt auf großes öffentliches Interesse schließen.

Das Schicksal des Güstener Bahnhofsgebäudes schien bis dahin in vielen Jahren des Verfalls besiegelt. Immer wieder gab die Untätigkeit von Vorbesitzern Anlass zur öffentlichen Kritik. Bis die Immobilie im Frühjahr von den Allgaiers ersteigert wurde.

Und anders als es die Güstener bislang erfahren mussten, haben die neuen Besitzer offensichtlich Ideen und ehrliche Pläne.

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Demnach soll die Empfangshalle als Veranstaltungsraum dienen, der ehemalige Wartesaal könnte zum Kino werden. Die ehemalige Mitropa-Gaststätte böte Möglichkeiten, wieder ein Lokal oder gar eine Bar einzurichten. Auch für die Nebenräume und das Obergeschoss gibt es Vorstellungen, die von Wohnungen bis Gästezimmer und Büroräumen reichen (siehe grüner Info-Kasten rechts).

Mit dem Schwung des ersten Aktionstages Anfang September gehen die Enthusiasten aus Kornwestheim bereits die nächsten Vorhaben an.

„In der Woche von Montag, 28. Oktober bis Sonnabend, 2. November, planen wir unseren ersten Arbeitseinsatz in Güsten“, lässt Tim Allgaier wissen. „Es ist höchste Eisenbahn, das Gebäude winterfest zu machen! Provisorisch soll dafür das Dach abgedichtet werden. Fehlende Regenfallrohre sollen ersetzt werden und auch im Gebäude wollen wir schon mal etwas aufräumen“, heißt es auch auf der Internetseite der Bahnhof-Güsten-Freunde.

Und nicht zuletzt soll die Arbeitseinsatzwoche auch dem Austausch weiterer Ideen dienen.

Als wichtigste Aufgabe für den Arbeitseinsatz im denkmalgeschützten Bahnhof, für den übrigens die damalige Magdeburg-Halberstädter Eisenbahngesellschaft am 5. März 1863 den ersten Spatenstich vollzog und der 1865 in Betrieb genommen wurde, sind auch Sicherungsmaßnahmen geplant. Denn noch immer hält es Vandalen nicht davon ab, ihr Unwesen im Bahnhofsgebäude zu treiben.

Die neuen Besitzer rufen deshalb auch die Bürger dazu auf, diesbezüglich aufmerksam zu sein und eventuelle Vorkommnisse der Polizei zu melden. Und um dem Vandalismus vorzubeugen, wollen die Bahnhofsfreunde das Objekt auch so schnell wie möglich mit ersten Räumlichkeiten bewohnbar machen.

Für den kommenden Arbeitseinsatz wünschten sich die Baden-Württemberger jetzt, wenn Helfer sich anmelden würden. Möglichst per E-Mail unter kontakt@bahnhof-guesten.de oder auch telefonisch (07154) 837 17 30. „Wir freuen uns aber natürlich auch über spontane Helfer!“, versichert Tim Allgaier. Das gelte im übrigen ständig.

Neben der Arbeitseinsatz-Woche haben die Bahnhofsfreunde an die Gründung eines Fördervereins zur Rettung und Wiederbelebung des Bahnhofs gedacht. „Das hat einige rechtliche Vorteile und soll den Zusammenhalt zwischen den Helfern stärken“, so die Begründung.

„Wir versuchen, bis Ende Oktober sieben volljährige Gründungsmitglieder zu finden, dann könnten wir die Vereinsgründung bereits in der genannten Arbeitswoche durchführen“, erklärt Allgaier.

Wer Teil dieses Fördervereins werden möchte, melde sich ebenfalls über die genannte E-Mail oder per Telefon.

Weitere Informationen gibt es übers Internet: www.bahnhof-guesten.de